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Transrapid-Strecke auch in den USA

Mit dem Vertrag über die weltweit erste kommerzielle Anwendung des Transrapid im chinesischen Schanghai gewinnen auch die Magnetbahn-Pläne in den USA an Schwung. "Eine Entscheidung über den Bau einer Strecke fällt in den nächsten Monaten. Wir rechnen damit für Ende dieses Jahres oder Anfang des kommenden Jahres", sagte der Sprecher des Konsortiums Transrapid International (TRI), Peter Wiegelmann Reuters am Dienstag.

Reuters SCHANGHAI/BERLIN. Zuvor war ein Vertrag über die Strecke in Schanghai unterzeichnet worden. Das Auftragsvolumen für das Betriebssystem beläuft sich nach Angaben des Konsortiums auf unter zwei Mrd. DM. Hinzu kämen die Kosten für den Bau der Strecke.

Wiegelmann sagte, es gelte als sicher, dass zumindest eine der beiden Strecken, die in den USA in der engeren Auswahl seien, gebaut werde. Dabei handele es sich um eine Verbindung zwischen den Städten Washington und Baltimore sowie der Anbindung zwischen dem Flughafen in Pittsburgh und dem Stadtzentrum. Die US-Regierung habe für den Bau 950 Mill. $ (rund zwei Mrd. DM) zur Verfügung gestellt. Um den Betrag zu erhalten, müssen nach Angaben der US-Regierung jedoch die beteiligten Staaten, Städte oder auch private Investoren zusätzlich zwischen 316 und 633 Mill. $ (bis zu 1,3 Mrd. DM) aufbringen. Zudem müsse nachgewiesen werden, ob die Gewinne aus dem Betrieb die operativen Kosten übersteigen und ob sich die Investition in 40 Jahren amortisiert hat.

Nach Angaben von Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) gab die amerikanische Regierung bereits den Auftrag für weitergehende Umweltstudien der Projekte. Das sei die erste Voraussetzung für eine Anwendung des Transrapid in den USA, sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Der Auftrag zu den Studien sei eine der letzten Amtshandlungen von Verkehrsminister Rodney Slater gewesen, sagte Bodewig. Sie werde auch von dessen Nachfolger Norman Mineta getragen. Für die Studien stehen insgesamt 14,2 Mill. $ zur Verfügung.

Am Morgen hatte das Transrapid-Konsortium den Vertrag über die rund 30 Kilometer lange Strecke zwischen dem Flughafen Pudong und dem Finanzzentrum Schanghais abgeschlossen. Das Auftragsvolumen für das Betriebssystem belaufe sich auf unter zwei Mrd. DM, sagte der Präsident von Siemens Ltd China, Ernst Behrens. Vertreter der chinesischen Seite machten keine Angaben zum Auftragswert. Über die Höhe des gesamten Auftrags machten weder die Behörden noch das Konsortium Angaben. Branchenexperten gehen aber von einem zusätzlichen Auftragswert von rund einer Milliarde Mark für den Schienenweg aus. Der Wert des Gesamtprojekts liege über 2,5 Mrd. DM.

Die Bundesregierung will das Transrapid-Konsortium aus den Konzernen Siemens

Bodewig unterstrich nach der Vertragsunterzeichnung erneut die Erfolgsaussichten für die Magnet-Schnellbahn: "Das ist in jedem Fall ein Durchbruch für diese Technologie Made in Germany, die der Transrapid ja darstellt." Es sei auch ein persönlicher Erfolg von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der sich in China sehr engagiert habe. Nach Angaben aus Industrie-Kreisen hatte Schröder in der letzten Verhandlungsphase über das Projekt mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji telefoniert und damit entscheidend zum Gelingen des Vertrages beigetragen.

In den nächsten Tage werde eine Entscheidung über eine vertiefte Machbarkeitsstudie für den Transrapid in Deutschland fallen, sagte Bodewig. In der engeren Auswahl stehen eine Strecke zwischen Münchner Flughafen und Innenstadt sowie zwischen Düsseldorf und Dortmund. Der Bundesverband der Deutschen Industrie bezeichnete die Vertragsunterzeichung als großartiges Signal. Es mache den Weg frei für die Nutzung einer Spitzentechnologie im Alltagsbetrieb.

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