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Transrapid wird für München und Ruhrgebiet getestet

Nach Worten von Bundesverkehrsminister Klimmt sei man damit einer kommerziellen Anwendung der Magnetbahn in Deutschland einen wichtigen Schritt näher gekommen.

rtr BERLIN. Der Bund und die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen wollen bis 2002 prüfen, ob die Magnetschnellbahn Transrapid in München oder durch das Ruhrgebiet fahren soll. Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) und die Ministerpräsidenten der beiden Länder Edmund Stoiber (CSU) und Wolfgang Clement vereinbarten am Freitag in Berlin eine Machbarkeitsstudie, die die Wirtschaftlichkeit der Strecken prüfen soll. Nach Klimmts Worten sei man damit einer kommerziellen Anwendung der Magnetbahn in Deutschland einen wichtigen Schritt näher gekommen. Clement und Stoiber würdigten den Transrapid als Zukunftstechnologie und hoben die jeweiligen Vorteile ihrer Projekte hervor.

Mit dem Abkommen über die rund 20 Mill. DM teure Machbarkeitsstudie leiteten die Politiker eine neue Prüfungsphase ein. Die Prüfer sollen sich nun auf die Strecken zwischen München und dem Flughafen in Erding sowie auf die Ruhrgebietsverbindung zwischen Düsseldorf und Dortmund konzentrieren. Zuvor hatten insgesamt fünf Strecken zur Auswahl gestanden. Diese waren seit Februar von der Deutsche Bahn AG in einer ersten Untersuchung geprüft worden. Die ursprünglich geplante Strecke zwischen Berlin und Hamburg war zuvor aus Kostengründen verworfen worden.

"Das ist ein schöner Tag für den Transrapid", sagte Klimmt nach der Unterzeichnung. Mit der Studie solle endgültig geklärt werden, auf welchen der beiden Strecken ein Betrieb des Magnetschnellbahn möglich sein könne. Es bestehe aber auch noch die Möglichkeit, dass keiner der beiden Strecken gebaut werde. Die Kosten für die europaweit auszuschreibende Machbarkeitsstudie würden zwischen Bund und den Ländern zur Hälfte geteilt.

Investitionsvolumen von mehr als 10 Milliarden DM

In der Bahn-Studie wird das Investitionsvolumen für den Bau der Münchener Strecke auf insgesamt 2,9 Mrd. DM beziffert. Das Projekt durch das Ruhrgebiet soll rund 7,2 Mrd. DM kosten. Während die Bahn-Experten in Bayern von einem jährlichen Ertrag von 63 Mill. DM ausgehen, rechnen sie in NRW mit jährlichen Einnahmen von 72 Mill. DM. Diese kämen allerdings nach der Studie nur dann zu Stande, wenn das Land dem Betrieb so genannte Bestellerentgelte in Höhe von 90 Mill. DM pro Jahr zur Verfügung stelle. Ohne diese Finanzspritze würde der Metrorapid nach der Berechnung ein jährliches Defizit von 18 Mill. DM einfahren. Insgesamt will der Bund nicht mehr als 4,8 Mrd. DM für den Bau einer der Strecken zur Verfügung stellen.

Mit der Unterzeichnung haben sich nach Klimmts Worten auch die Chancen auf eine internationale Vermarktung des Transrapid verbessert. So könne das Münchener Projekt Vorbild für Flughafenverbindungen in der ganzen Welt sein. Die Ruhrgebietsstrecke hingegen demonstriere die Eigenschaften des Transrapid im Nahverkehr. Der Staat habe mit der Vereinbarung ein Zeichen dafür gesetzt, "dass er gemeinsam mit der Industrie an seinem Engagement für die deutsche Magnetschwebebahntechnik festhält". Das Transrapid-Konsortium besteht aus den Firmen Siemens AG, der Thyssen-Krupp Industries und der Daimler-Chrysler-Tochter Adtranz.

Stoiber sagte, für die Anwendung in München spreche vor allem, "dass sie sich rechnen könne". Er freue sich über die zweite Chance für den Transrapid. Clement bezeichnete den Vertrag und die mögliche Anwendung in NRW als Quantensprung für die Nahverkehrstechnik. Mit der Ruhrgebietsstrecke könnten rund 5,4 Mill. Menschen von der Straße auf den Transrapid umsteigen. Beide Ministerpräsidenten und auch Klimmt zeigten sich überzeugt, bis zur Fußballweltmeisterschaft 2006 eine Transrapid-Strecke zu verwirklichen.

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