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Trauer um getötete Kameraden

Am Flughafen Köln-Wahn herrschte eine bittere Stimmung, als die bei einem Unfall getöteten Soldaten überführt wurden.

dpa KÖLN. Es war ein bitterer Moment am Samstagabend in Köln. Als die Särge mit den Leichen der in Kabul tödlich verunglückten zwei deutschen und drei dänischen Soldaten aus dem Airbus gehoben wurden, wirkten die Gesichter der Angehörigen und Kameraden so düster wie der Himmel. Auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln-Wahn gedachte der katholische Militärdekan Rainer Schadt mit einem Gebet den Getöteten während einer kurzen Trauerfeier am Rande des Rollfeldes.

30 Soldaten hatten die Särge durch ein Ehrenspalier hinter den Airbus A310 getragen, wo eine kleine Gruppe von Trauergästen mit versteinerten Mienen wartete. Auf den Särgen, die in die dänische und deutsche Flagge gehüllt waren, lagen die Helme der Getöteten.

Die fünf Soldaten der Internationalen Schutztruppe in Kabul (ISAF) waren am Mittwoch in den Tod gerissen worden, als sie versucht hatten, eine russische Flugabwehrrakete zu entschärfen. An der Trauerfeier am Flughafen nahmen neben den engsten Angehörigen auch der Inspekteur des deutsche Heeres, Generalleutnant Gert Gudera, und sein dänischer Kollege, Jan Scharling, teil. Der Kommandeur des deutsche ISAF-Kontingents, General Carl-Hubertus von Butler, hatte die Kameraden auf ihrem letzten Weg an Bord des Airbus begleitet.

Die Bundeswehrsoldaten, die Spezialisten der Kampfmittelbeseitigungskompanie im niedersächsischen Munster waren, starben jung. Die beiden Oberfeldwebel, die unverheiratet und kinderlos waren, wurden nur 27 und 29 Jahre alt. Mit zwei Leichenwagen wurden sie nach der kurzen Trauerfeier in ihre Heimatorte Delbrück-Bentfeld bei Paderborn in Nordrhein-Westfalen und Eckernförde in Schleswig-Holstein übergeführt. Die drei dänischen Opfer brachte eine Herkules C130 zu ihren Familien in die Heimat.

Nahe Kabul war bereits vor dem Abflug eine bewegende Trauerfeier für die Opfer abgehalten worden. In der Garnisonsstadt Munster soll in den nächsten Tagen eine weitere Trauerfeier für die getöteten Kameraden stattfinden. Der Kölner Flughafen war erst am Donnerstag Schauplatz einer traurigen Rückkehr geworden, als dort acht bei der Explosion zum Teil schwer verletzte dänische und deutsche Soldaten eintrafen.

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