Trauer um rennomierten Journalisten
Spiegel-Herausgeber Augstein auf Sylt beerdigt

Knapp zwei Wochen nach seinem Tod ist "Spiegel"-Herausgeber Rudolf Augstein am Dienstag in Keitum auf Sylt beerdigt worden. An der Trauerfeier in der historischen Inselkirche St. Severin und der anschließenden Beisetzung bei strahlender Sonne nahmen rund 70 Angehörige, Freunde und berufliche Wegbegleiter des renommierten Journalisten teil.

HB/dpa KEITUM/SYLT. Rudolf Augstein, der den "Spiegel" gründete und auch als Buchautor bekannt wurde, war am 7. November zwei Tage nach seinem 79. Geburtstag gestorben. Hamburg gedenkt seines Ehrenbürgers am 25. November mit einem Staatsakt.

Der Trauergottesdienst wurde von Pastor Traugott Giesen gehalten. Außer Augsteins Frau Anna-Maria, mit der er erst knapp zwei Jahre lang verheiratet war, folgten seine aus früheren Ehen stammenden Kinder, die beiden Journalisten Franziska und Jakob Augstein, dem Blumen geschmückten Sarg. Beide sprachen in der Kirche persönliche Abschiedsworte. "Er hat stets jedes Pathos vermieden", sagte Franziska Augstein über ihren Vater. Stattdessen habe er stillere Gesten gepflegt. "Ein starker Händedruck waren seine letzten Worte."

Rudolf Augstein sei ein sehr uneitler, selbstloser Mensch gewesen, sagte sein Sohn Jakob. Er sei auch "ein politisches Ereignis" gewesen. "Und wer ihm zu nahe kam, mag ihn auch für ein militärisches Ereignis gehalten haben", meinte der 35-Jährige.

"Er verfügte über ein überragendes intellektuelles Potenzial", sagte der Hamburger Altverleger John Jahr im Namen von Augsteins Freundeskreis. Unter den Trauernden waren unter anderen der Gruner + Jahr-Aufsichtsratsvorsitzende Gerd Schulte-Hillen, "Spiegel"- Chefredakteur Stefan Aust, "Spiegel"-Verlagsleiter Fried von Bismarck und der ehemalige Justizreporter des Blattes, Gerhard Mauz.

Sylt mit dem Wohnhaus in Archsum war der bevorzugte Urlaubsort Augsteins. Hier traf er sich auch mit vielen Gesprächspartnern. Die Kirche St. Severin geht in ihren baulichen Ursprüngen auf das 12. Jahrhundert zurück. Ihr markanter Turm ist rund 550 Jahre alt und diente einst als Seezeichen und zeitweise als Gefängnis. Auf dem Friedhof sind auch der frühere Bundesaußenminister und CDU-Politiker Gerhard Schröder (1910-1989) und der Berliner Buchverleger Peter Suhrkamp (1891-1959) beerdigt.

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