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Trauerfeier für ermordete Lisa

In einer bewegenden Trauerfeier haben Angehörige und Freunde am Mittwoch Abschied von der ermordeten Lisa genommen. Die Elfjährige aus Wolfshagen im Kreis Goslar war in der vergangenen Woche während eines Urlaubs in der Türkei umgebracht worden.

dpa WOLFSHAGEN. In einer bewegenden Trauerfeier haben Angehörige und Freunde am Mittwoch Abschied von der ermordeten Lisa genommen. Die Elfjährige aus Wolfshagen im Kreis Goslar war in der vergangenen Woche während eines Urlaubs in der Türkei umgebracht worden.

"Das Leben von Lisa war in seiner Kürze von Gott als vollendet angesehen", versuchte Pastor Wolf-Ulrich Wentzel Trost zu spenden. Lisa sei ins Glück gefahren und dort Opfer eines Gewalttäters geworden, sagte der Geistliche. Zusammen mit der Mutter, dem Bruder und dem Stiefvater gedachten auch viele Nachbarn und Mitschüler der elfjährigen Lisa. Mehr als 200 Menschen waren in die kleine Dorfkirche gekommen. Dort erinnerte ein Foto, umgeben von weißen Kerzen, an das fröhliche Lachen des Kindes. Immer wieder flossen bei den Trauergästen Tränen. Der Leichnam von Lisa soll später eingeäschert werden. Die Polizei sicherte die Trauerfeier.

Lisa war am Montag vergangener Woche unterhalb der alten Festung von Alanya tot gefunden worden. Laut Autopsie war sie nach Schlägen auf die Brust an einer Lungenblutung erstickt. Sie hatte eine Luftmatratze kaufen wollen und war dann verschwunden. Der mutmaßliche Mörder von Lisa, ein 36 Jahre alter türkischer Ladeninhaber, sitzt in Untersuchungshaft. An seiner Hose waren Blutspuren gefunden worden.

Dort wurde er von Mithäftlingen angegriffen. Er wurde durch Messerstiche an den Armen verletzt und nach ärztlicher Behandlung in einer Einzelzelle untergebracht. Gefängniswärter hätten die Mithäftlinge in letzter Minute davon abgehalten, den Tatverdächtigen zu lynchen, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Wie sehr der Mord an dem kleinen Mädchen die Türkei aufgewühlt hat, zeigte die Schlagzeile einer türkischen Zeitung. "Verzeih uns Lisa" überschrieb das Massenblatt "Sabah" ihre Titelseite. "Wir haben die Schlagzeile in Deutsch geschrieben, weil wir dieses kleine Mädchen, das als Gast nach Alanya gekommen ist, nicht vor einem Perversen schützen konnten", erläuterte die Zeitung ihren Lesern. Nach Informationen der Zeitung hat die Polizei im Haus des Tatverdächtigen 50 CDs mit Kinderpornografie sichergestellt.

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