Trauerfeier in Bayern
Ursache für Katastrophe vom Kitzsteinhorn weiter unklar

dpa WIEN/VILSECK. Auch mehr als eine Woche nach der Brandkatastrophe am österreichischen Kitzsteinhorn mit 155 Toten ist die Ursache des Unglücks noch immer nicht geklärt. Die Analyse der Schmiermittel, die auf den Schienen vor dem Tunnel gefunden worden waren, hätten keinen Aufschluss gebracht, berichteten die Zeitungen am Sonntag in Wien unter Berufung auf Kriminaltechniker. Es habe sich um Fett gehandelt, wie es zum Schmieren von Radlagern und Seilrollen verwendet wird. Die Theorie, ausgelaufene Hydraulikflüssigkeit habe sich entzündet und das Inferno ausgelöst, wurde damit nicht bestätigt. Die Untersuchungsrichterin hat den Unglückstunnel über das Wochenende versiegeln lassen. Am Montag soll über den Fortgang der Untersuchungen entschieden werden.

Im oberpfälzischen Vilseck haben am Sonntag rund 2 600 Menschen bei einer Trauerfeier Abschied von den Opfern genommen, die einem Ski-Clubs des Ortes angehörten. 600 geladene Gäste - darunter Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) - waren zu dem ökumenischen Gottesdienst gekommen, von dem auf Wunsch der Angehörigen die Öffentlichkeit ausgeschlossen blieb. Gut 2 000 Menschen versammelten sich auf den Straßen des Ortes, wohin der Gottesdienst übertragen wurde. Während der Messe wurden 20 Kerzen entzündet - für jedes Opfer eine. Von den 37 deutschen Todesopfern der Katastrophe von Kaprun kamen allein 20 aus Vilseck.

Offizieller Trauerakt in Wels

Mit einem offiziellen Trauerakt in Wels (200 Kilometer westlich von Wien) hat das Bundesland Oberösterreich bereits am Samstag von den Toten der Brandkatastrophe Abschied genommen. Mit 44 Toten kamen die meisten der Opfer aus dieser Region. Noch vor der ökumenischen Trauerfeier hatte die österreichische Infrastrukturministerin Monika Forstinger die Überprüfung weiterer österreichischer Seilbahnen auch unter Mitwirkung ausländischer Experten angekündigt.

Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel versicherte, seine Regierung werde das "Menschenmöglichste" tun, um solche Unglücke in Zukunft zu verhindern. Österreich bleibe ein sicheres Land. "Dafür bürge ich", sagte Schüssel am Samstag auf dem CSU-Parteitag in München.

Pitztaler Gletscherbahn wieder in Betrieb

Die nach der Brandkatastrophe am Kitzsteinhorn eingestellte Pitztaler Gletscherbahn in Tirol hat ihren Betrieb unterdessen wieder aufgenommen. Die Überprüfung durch eine 20-köpfige Expertenkommission habe keine Mängel festgestellt, teilten die Betreiber am Samstag in St. Leonhard mit. Zuvor war schon die ebenfalls für eine außerordentliche Sicherheitsprüfung stillgelegte Gletscherbahn im Kärntener Mölltal wieder in Betrieb gegangen.

Als Konsequenz aus dem Inferno von Kaprun wurden die Fahrerkabinen der Gletscherbahn im Pitztal mit Atemschutzgeräten ausgerüstet. Daneben seien zusätzliche Handfeuerlöscher und Schlaghämmer in der Nähe der Wagenfenster angebracht worden, hieß es. Auf dem Pitztaler Gletscher trainiert auch die deutsche Ski-Nationalmannschaft.

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