Traumrenditen erhofft
"Superstar" soll für RTL Gewinnbringer werden

An die Musiktalentshow "Deutschland sucht den Superstar" knüpft der Sender große Hoffnungen in Sachen Quote und Werbeumsatz.

DÜSSELDORF. Die Musiktalentshow "Deutschland sucht den Superstar" soll für RTL, aber auch für den Medienkonzern Bertelsmann der Gewinnbringer werden. Vorstandschef Gunter Thielen hat die international als "Pop Idol" bekannte Fernsehshow mit dem Synergiepreis 2002 des Gütersloher Konzerns ausgezeichnet. "Pop Idol ist ein Musterbeispiel für gewinnbringende Kooperation und wird für die Unternehmen im Konzern ein Vorbild sein", sagte Thielen bei der Preisverleihung.

Nach den Erfolgen in Großbritannien und USA soll das von der Grundy Light Entertainment, einer Tochter des RTL-Produktionskonzerns Fremantle-Media, hergestellte TV-Format zum Umsatztreiber bei jungen Zuschauern und Werbekunden werden. "Wir glauben an das Format und sind bei den bisherigen Sendungen im Vergleich mit anderen Ländern mit einer höhere Quote eingestiegen", sagte gestern RTL-Sprecherin Ingrid Haas. Auch für Grundy läuft alles nach Plan. "Wir sind zufrieden", sagte Unternehmenssprecher Christian Körner.

In enger Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Musiktochter BMG läuft die Promotionmaschinerie auf Hochtouren. Der RTL-Sender Vox und der Videoclipkanal Viva sind bereits mit eigenen Sendungen zu "Deutschland sucht den Superstar" präsent. Eine von Jurymitglied Dieter Bohlen produzierte CD der Finalisten erscheint noch vor Weihnachten. Mitte Januar startet dann auch noch ein von der Bertelsmann - Tochter Mohn Media hergestelltes Magazin in einer Auflage von 1,4 Mill.

Ab kommendem Samstag wird es für RTL ernst. Dann werden jeweils sonnabends um 21.15 Uhr die Live-Musikshow mit den 10 Finalisten ausgestrahlt. In jeder Sendung wird ein Kandidat abgewählt. Das große Finale ist für März geplant. In Deutschland soll das Format wie zuvor in anderen Ländern dann eine Zuschauerquote von über 40 % in der Zielgruppe erreichen. Die Nervosität in den Bertelsmann-Firmen ist groß. Bei Grundy, die "Deutschland sucht den Superstar" in den Kölner MMC-Studios produziert, lässt man sich nicht beirren. "Während sich andere scheinbar Gedanken um unsere Stimmung machen, planen wir gemeinsam neue Projekte", sagte Grundy-Chefin Ute Biernat. Für Fremantle Media hat der Erfolg von "Pop Idol" eine hohe Bedeutung. Damit will Vorstandschef Tony Cohen beweisen, dass er nach den Erfolgen in Großbritannien und USA auch in Deutschland Traumrenditen erwirtschaften kann.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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