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«(T)Raumschiff Surprise»: Bully startet mit «Mopsgeschwindigkeit»DPA-Datum: 2004-07-19 14:01:40

Hamburg (dpa) - Eigentlich kann Komiker Michael Bully Herbig (36) trotz der großen Erwartungen an seinen Kinofilm ganz entspannt sein: Sollte «(T)Raumschiff Surprise» mit der «Mopsgeschwindigkeit» nicht auf Touren kommen, hat er das nicht allein zu verantworten.

Hamburg (dpa) - Eigentlich kann Komiker Michael Bully Herbig (36) trotz der großen Erwartungen an seinen Kinofilm ganz entspannt sein: Sollte «(T)Raumschiff Surprise» mit der «Mopsgeschwindigkeit» nicht auf Touren kommen, hat er das nicht allein zu verantworten.

Nach dem sensationellen Erfolg mit der Westernparodie «Der Schuh des Manitu», die mit knapp 12 Millionen Zuschauern zum erfolgreichsten deutschen Kinofilm aller Zeiten wurde, durften die Fans über den Nachfolger abstimmen - und wählten das Weltraumabenteuer. «Ich war wahnsinnig erleichtert, dass es nicht "Sissi" geworden ist. Obwohl ich das Kleid privat gern trage», witzelt Herbig. «Aber vor der Liebesszene hätte mir gegraut.»

Die aus der TV-Comedyshow «Bullyparade» bekannte Crew um Mr. Spuck (Herbig), Schrotty (Rick Kavanian) und Käpt'n Kork (Christian Tramitz) schlüpft in der Kino-Version mit dem Untertitel «Periode 1» wieder in ihre hautengen Anzüge mit knalligfarbenen Oberteilen. Ausgerechnet die wenig männlich wirkende Besatzung ist im Jahr 2304 die letzte Hoffnung, um eine Invasion der Mars-Siedler auf der Erde zu verhindern. So kommt es dazu, dass auf der «Surprise» erstmals das Faxgerät summt, allerdings im unpassenden Moment: Die chaotische Crew steckt mitten in den Vorbereitungen für die Wahl zur «Miss Waikiki», hopst mit Blumenkränzen zur Hula-Hula-Choreographie und reagiert auf den Auftrag ziemlich zickig.

Schon Wochen vor dem Start haben Herbig und seine Kollegen in Interviews und TV-Shows die Werbetrommel kräftig gerührt; die mit Stefan Raab aufgenommene Single «Space-Taxi» ist bereits auf dem Markt, weitere Produkte wie Hörspiel, Buch und Computerspiel zum Film stehen bereit. Bully selbst hat die Spannung noch angeheizt, indem er in Pressevorführungen stets nur die ersten 20 Minuten zeigte. Herbig zitierte dazu gern den «Herr der Ringe»-Produzenten, Peter Jackson: «Ich bin dafür verantwortlich, einen guten Film zu machen, und nicht, um Termine einzuhalten.» Bei internationalen Produktionen sei dies zudem durchaus üblich. «Und an den ersten 20 Minuten kann man ja schon erkennen, welche Temperatur der Film hat.»

Beim Budget ist die Persiflage auf Filme und Serien wie «Star Wars» oder «Raumschiff Enterprise» noch weit entfernt von Hollywood. «Neun Millionen Euro sind für eine deutsche Produktion zwar verhältnismäßig viel Geld, aber das ist das, was amerikanische Firmen an Kurierkosten haben», meint Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Herbig. Immerhin ist das Weltraumabenteuer doppelt so teuer wie der erfolgreiche Western-Ulk - und wartet laut Herbig mit noch mehr Gags sowie Spezialeffekten auf. Neben aus dem Apachen-Klamauk bekannten Gesichtern wie Sky du Mont (Herzog William der Letzte) sind diesmal Anja Kling (Königin Metapha) und Til Schweiger als Taxifahrer Rock, auf den das «(T)Raumschiff»-Trio richtig abfährt, mit von der Partie.

Das Ziel für sein Science-Fiction-Spektakel hat Bully auch schon definiert: «Ich hätte wahnsinnig gern den Nobelpreis für Physik für diesen Film, schließlich haben wir uns ausführlich mit Zeitreisen, der Quanten- und der Relativitätstheorie befasst.» Wenn der Münchner sich selbst in eine andere Zeit beamen könnte, hätte er zwei Wünsche: «Ich würde ins Jahr 1974 zur Fußball-WM reisen und mit einer Paul-Breitner-Perücke den Elfmeter schießen.» Schon als Kind wollte er «Weltmeister oder Oscargewinner» werden. Mit den Erwartungen nach dem Zuschauer-Rekord habe er jedenfalls gut umgehen können, der sei für ihn nach dem ersten Kinofilm «Erkan & Stefan» größer gewesen. «Nach so etwas wie "Manitu" schwindet der Druck, weil man sich sagt: Da hast Du jetzt einen Erfolg hingelegt, den nimmt Dir keiner mehr weg.»

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