Treffen der Demokraten in Boston
Politische Landschaft ändert sich jede Minute

Der erste große Jubel auf der Wahlparty von John Kerry auf dem Copley Square in Boston brandete um kurz vor halb zehn auf. Erste Ergebnisse aus Pennsylvania und New Hampshire zeigten den demokratischen Präsidentschaftskandidaten dort in Führung vor Präsident George W. Bush.

HB NEW YORK. Bush hatte vor vier Jahren noch den Staat New Hampshire gewonnen. Zwar führt der Präsident zu dieser Zeit landesweit noch mit 193 zu 112 Stimmen. Doch die politische Landschaft der USA ändert sich jetzt jede Minute.

Viele Kerry-Anhänger haben bereits vier Stunden bei Wind und Regen ausgehalten. Warm wurde ihnen nur durch die Musik von Popgrößen wie Carole King, die zwischen den Hochrechnungen die Pausen füllten. Angesagt hatten sich darüber hinaus Bon Jovi und James Taylor.

Rund um den Platz mitten in Kerrys Heimatstadt kamen am frühen Abend immer mehr Menschen zusammen. Die Demokraten erwarteten bis zu 40 000 Anhänger. Mit Plakaten, blauen Luftballons und "Regime Change"-Buttons drängten sich die Menschen zwischen zwei historischen Kirchen und dem gläsernen John Hancock Tower. "Wir machen das Rennen", sagt eine junge Kerry-Anhängerin. Ein kurzer Zweifel huscht über ihr Gesicht. Gerade melden die Nachrichtensender, dass Bush in Florida nach ersten Hochrechnungen zulegen kann. Doch das Ergebnis ist dort genauso knapp wie in Ohio, dem anderen hart umkämpften "battleground"-Staat. Auch hier liegt Bush in den ersten Hochrechnungen knapp vorn. "Die starken demokratischen Wahlbezirke sind jedoch noch nicht ausgezählt", sagt John Lockhart, Pressesprecher der Kerry-Kampagne.

Während die Menschen in Boston auf die Entscheidung warteten, gab Kandidat Kerry noch Interviews für Satelliten-Radiosender in den westlich gelegenen Staaten Nevada und New Mexico. Er verbrachte den Wahlabend zu Hause auf Beacon Hill mit seiner Frau Teresa Heinz-Kerry. Vor seine bereits durchgefrorenen Anhänger wird erst treten, wenn er den Sieg in der Tasche hat - oder eine Niederlage eingestehen muss.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent
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