Treffen irakischer Oppositionsparteien im Madrid
Schiiten wollen keinen Gottesstaat à la Iran

Die Schiiten im Irak streben nach Angaben eines ihrer Führer nicht die Schaffung eines religiösen Staates nach iranischem Vorbild an. Akram el Hakim, Gründungsmitglied der größten schiitischen Exilorganisation SCIRI (Oberster Rat der Islamischen Revolution im Irak), wies entsprechende Befürchtungen in den USA zurück. "Es wird im Irak keine islamistische Regierung geben", sagte er der spanischen Zeitung "El País" (Sonntag).

HB/dpa MADRID. Irakische Oppositionsparteien verschiedener politischer Richtungen stimmten in Madrid überein, dass der Irak nach dem Ende des Krieges eine Mehrparteien-Demokratie und das System eines Bundesstaates erhalten solle. Sie verabschiedeten am Sonntag zum Abschluss eines dreitägigen Treffens eine "Madrider Erklärung", in der sie die Achtung der Grundfreiheiten und der Menschenrechte sowie den Schutz von Minderheiten im Irak forderten. Außerdem plädierten sie für die Einsetzung einer unabhängigen Übergangsregierung in Bagdad, teilte die spanische Außenministerin Ana Palacio mit.

An dem Treffen nahmen 13 Exilgruppen von Gegnern des inzwischen entmachteten Saddam-Hussein-Regimes teil. Dazu gehörten schiitische Gruppierungen wie der SCIRI, kurdische Parteien, der Irakische Nationalkongress oder die Kommunistische Partei des Iraks. Das Treffen stand unter der Schirmherrschaft des Madrider Außenministeriums und war am Freitag vom spanischen Ministerpräsidenten José María Aznar eröffnet worden.

Der SCIRI-Mitbegründer el Hakim betonte: "Niemand im Irak möchte einen Gottesstaat." Zwischen den Schiiten im Irak und in Iran gebe es erhebliche Unterschiede. "Die Opposition und die Bevölkerung im Irak werden es nicht zulassen, dass an der Spitze des Staates ein Religionsführer steht, der nach iranischem Vorbild alle Macht in den Händen hält."

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