Treffen mit Blair
Bush beginnt Europa-Reise

Der amerikanische Präsident George W. Bush beginnt am Mittwoch seine Europa-Reise mit Konsultationen mit dem britischen Premierminister Tony Blair. Bush hatte zuvor in einem Interview mit dem britischen BBC-Fernsehen seine Pläne für ein nationales Raketen-Abwehrschild bekräftigt. Von diesem Plan gebe es kein Zurück, sagte er.

Reuters LONDON. Neben den Raketenplänen dürften Themen wie die derzeitigen Verhandlungen über den Klimaschutz, die Forschung an menschlichen Stammzellen und auf der Wirtschaftsseite, das weltweit schwache Wirtschaftswachstum anstehen. Bush trifft Blair auf dem Landsitz Checkers. Zudem ist ein Essen mit Königin Elizabeth II vorgesehen.

Bush erklärte in dem am Dienstag gesendeten Interview, der ABM-Vertrag zur Begrenzung der Raketenabwehrsysteme von 1972, um dessen Erhaltung vor allem Russland und China besorgt sind, dürfe den amerikanischen Entwicklungen nicht im Wege stehen. "Wir sollten nicht an einem Vertrag festhalten, der die USA und andere freiheitsliebende Nationen davon abhält, Systeme zur Verteidigung zu entwickeln - nicht Offensivwaffen, sondern Verteidigung", betonte Bush. "Wir müssen uns nach vorne bewegen." Deshalb müsse man den ABM-Vertrag hinter sich lassen.

Auf die Frage, wann die USA sich vom ABM-Vertrag verabschieden würden, verwies Bush auf die mit den Verbündeten dazu zu führenden Konsultationen. Er setze dabei auf die jungen Politiker, die nicht mehr in das überholte Denken des Kalten Kriegs verstrickt seien und die Verständnis dafür hätten, wie den neuen Bedrohungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen sei.

Zugleich erneuerte Bush in dem Interview die harte Linie zum Kyoto-Protokoll über den Klimaschutz, über dessen Verwirklichung in diesen Tagen in Bonn gerungen wird. "Das Kyoto-Protokoll, das ich geerbt habe, ist nicht der richtige Weg, voran zu kommen." Die USA teilten das Ziel, die globale Erwärmung durch eine Reduzierung der sogenannten Treibhausgase zu bekämpfen.

Bush wird am Wochenende am Weltwirtschaftsgipfel der acht führenden Industrienationen teilnehmen in Genua teilnehmen. Hier trifft Bush mit den Staats- und Regierungschefs aus Italien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Kanada, Japan und Russland zusammen. Bush will sich hier vor allem für eine neue Welthandelsrunde einsetzen, die er für die Stimulierung von Wirtschaftswachstum als entscheidend ansieht. "Wir müssen alle eine Wachstum fördernde Politik verfolgen, Steuerlasten reduzieren und dabei finanzpolitische Verantwortung und stabile Preise wahren."

Im Anschluss an den Gipfel wird Bush nach Rom reisen. Beim Treffen mit Papst Johannes Paul dürfte vor allem die umstrittene Stammzellenforschung an Embryos zur Sprache kommen. Nach einem Abstecher in den Kosovo, wo ein Besuch von US-Truppen auf dem Programm steht, wird Bush am Dienstag kommender Woche wieder in die USA zurückreisen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%