Treffen mit dem serbischen Außenminister Svilanovic
Fischer verspricht Belgrad 50 Mill. DM

Gleichzeitig kündigte Außenminister Joschka Fischer gegenüber der neuen Regierung in Belgrad die unverzügliche Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen an.

dpa BELGRAD. Bundesaußenminister Joschka Fischer hat der neuen Regierung in Belgrad die unverzügliche Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen und ein Sofort-Hilfeprogramm über 50 Mill. DM angekündigt. "Die friedliche demokratische Revolution war ein europäisches Ereignis. Jugoslawien kehrt zurück in die demokratische Staatengemeinschaft", sagte Fischer am Dienstag in Belgrad. Er versprach finanzielle Hilfe für Nahrungsmittel, Medikamente und die Stromversorgung. Fischer war der erste Minister eines NATO-Staates, der die neue Regierung besuchte.

Fischer war am Vormittag zu Gesprächen mit der neuen jugoslawischen Führung in Belgrad eingetroffen. Auf dem Programm standen Treffen mit Präsident Vojislav Kostunica, Regierungschef Zoran Zizic, Außenminister Goran Svilanovic, Vertretern der Demokratischen Opposition Serbiens (DOS) sowie der Expertengruppe G- 17 Plus. Am Nachmittag wurde Fischer in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica erwartet, wo er mit Präsident Milo Djukanovic sprechen will.

Fischer betonte auf einer Pressekonferenz in Belgrad ferner, es bestehe die große Bereitschaft der deutschen Industrie zu einer schnellen Intensivierung der alten, guten Wirtschaftsbeziehungen. Es sei zugleich wichtig, dass die Menschen in Jugoslawien wieder Arbeit bekämen. Svilanovic bezeichnete das Gespräch von Kostunica mit Fischer als "sehr erfolgreich" und dankte Deutschland für die Unterstützung.

Belgrad hatte im März 1999 die diplomatischen Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland wegen der NATO-Luftangriffe auf Ziele in Jugoslawien abgebrochen. Beide Seiten hatten Interesse an einer Normalisierung gezeigt. Fischer erklärte in dem Gespräch, er sei froh über die Rückkehr Jugoslawiens in die Völkergemeinschaft. Wichtig sei nun die Rückkehr in internationale Organisationen.

Die deutsche Hilfe sei für Stromversorgung und Heizöl bestimmt, sagte Aleksandra Joksimovic, eine Spitzenvertreterin von DOS, der Belgrader Nachrichtenagentur Beta. Diese Hilfen könnten schon in der nächsten Woche zu erwarten sein.

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