Treffen mit Königin
Rau warnt in Bangkok vor Produktions-Wettlauf

Bundespräsident Johannes Rau hat bei seinem Thailand-Besuch dazu aufgerufen, die Globalisierung als Chance zu begreifen und sie zu gestalten.

dpa BANGKOK. Zuvor war ihm am Dienstag die Ehrendoktorwürde der Chulalongkorn-Universität in Bangkok verliehen worden. In seiner Dankesrede sagte Rau laut Redemanuskript, die Globalisierung biete großartige Möglichkeiten, berge aber die Gefahr, dass Menschen oder ganze Länder abgehängt würden. "Das müssen wir verhindern. Die reicheren Länder haben hier eine besondere Verantwortung."

Am Nachmittag traf sich das deutsche Staatsoberhaupt mit Thailands Königin Sirikit. Über den Inhalt des Gesprächs wurde zunächst nichts bekannt. Vor den Studenten mahnte Rau mit Blick auf die niedrigen Löhne in dem asiatischen Land, es dürfe nicht dazu kommen, dass "unter dem Deckmantel der "Modernisierung" in einen Wettbewerb darum einzutreten, wer mit den niedrigsten Löhnen und den geringsten Sozialstandards - vielleicht gar noch mit der höchsten Umweltbelastung - am billigsten produzieren kann". Rau sagte weiter: "Wenn wir solchen Wettläufen nicht Einhalt gebieten, werden wir am Ende alle zu Verlierern." Rau hatte schon in seiner jüngsten Berliner Rede dazu aufgerufen, die Chancen der Globalisierung zu nutzen.

Rau, der auf seiner Asienreise von seiner Frau Christina begleitet wird, hatte im Norden Bangkoks auch das König-Mongkut-Institut für Technologie besucht und sich mit Vertretern der deutsch- thailändischen Handelskammer getroffen. Am Abend stand ein Abendessen mit dem Außenminister Surakiart Suthirathai auf dem Programm. Thailands Ministerpräsident Thaksin Shinawatra hatte den Besuch Raus am Montagabend als Meilenstein in der 140-jährigen Geschichte der politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern gewürdigt. Mit einem Investitionsvolumen von 187 Mill. $ (193 Mill. ?) im vergangenen Jahr sei Deutschland der viertwichtigste Investor im Land.

Thailand ist die erste Station einer zwölftägigen Asienreise, die den Bundespräsidenten noch nach Korea und Japan führen wird. Im Zentrum der Gespräche des Bundespräsidenten stehen wirtschaftliche Themen. Außerdem will Rau in Asien für die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland werben.

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