Treffen mit Scharping
Jiang warnt vor Raketenabwehrplänen der USA

Chinas Staats- und Parteichef Jiang Zemin hat am Dienstag bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) in Peking nachdrücklich vor den Raketenabwehrplänen der USA gewarnt.

dpa PEKING. In seinen ersten Äußerungen zu dem umstrittenen Vorhaben der USA sagte er: "Es wird den Frieden, die Entwicklung und die Sicherheit in der Welt schädigen und das globale strategische Gleichgewicht und die Stabilität sabotieren".



Auch habe ein solcher Raketenschutzschirm «negativen Einfluss auf Rüstungskontrolle und Abrüstung», sagte Jiang Zemin. «China lehnt ein solches Vorgehen ab», zitierten ihn die amtlichen Medien. Scharping, der als erster bundesdeutscher Verteidigungsminister China besucht, war zuvor auch mit Außenminister Tang Jiaxuan und Generalstabschef Fu Quanyou zu sicherheitspolitischen Gesprächen zusammengetroffen.



Auf Scharpings Forderung nach einem Dialog zwischen China und den USA über die Raketenabwehr sagte der Sprecher des Außenministeriums, Zhu Bangzao: "China ist bereit, mit allen Ländern, einschließlich den USA, den Dialog aufzunehmen, um Anstrengungen zu machen, den ABM- Raketenabwehrvertrag zu bewahren und die Rüstungskontrolle und Nicht- Weiterverbreitung voranzubringen." Mit seinen Sorgen stehe China auch nicht allein, betonte der Sprecher.



Nachrichtenagentur kritisiert Bush

Deutlich schärfer warf die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua der neuen Regierung von US-Präsident George W. Bush vor, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bill Clinton in der Raketenabwehrfrage "härter, radikaler und riskanter" vorzugehen. Das "wirft eine dichte Wolkendecke über Frieden und Stabilität auf dem Globus im 21. Jahrhundert", schrieb Xinhua.



Mit seinem Atomarsenal und der Raketenabwehr zur Abschreckung wollten die USA "neue strategische Höhen übernehmen" und "die einzigartige Vormachtstellung der USA in der Welt sichern", hieß es bei der Staatsagentur. Scharping reist am Mittwoch mit einem touristischen Zwischenstopp in der alten chinesischen Kaiserstadt Xi'an nach Indien weiter.

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