Treffen soll spätestens am 19. August stattfinden
Kirch holt zum Schlag gegen Springer aus

Leo Kirch holt zum Gegenschlag gegen den Axel Springer Verlag aus. Nach Informationen des "Handelsblatts" (Montagausgabe) hat der Münchener Filmhändler Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner Ende vergangener Woche (KW 27) aufgefordert, eine außerordentliche Hauptversammlung bei Europas größtem Zeitungshaus einzuberufen. Diese soll spätestens am 19. August stattfinden.

HB/Reuters DÜSSELDORF. "Ein entsprechendes Schreiben der Kirch-Gruppe liegt uns vor", erklärt eine Verlagssprecherin auf Anfrage der in Düsseldorf erscheinenden Wirtschafts- und Finanzzeitung. Mit einem erneuten Aktionärstreffen will Kirch als 40%iger Springer-Großaktionär seine Chance verbessern, eine Sonderprüfung sowie Schadensersatzansprüche in Millionenhöhe gegen die Verlegerwitwe Friede Springer sowie den gesamten Vorstand durchzudrücken. Der Springer-Vorstand hatte mit der Ausübung der Put-Option für den 11,5 %igen Anteil an der Senderfamilie Pro Sieben Sat 1 Media Ende Januar die Krise beim Kirch-Imperium ausgelöst.

Kirch hatte vergangene Woche auf der ordentlichen Hauptversammlung gefordert, die Ausübung der Option im Rahmen einer Sonderprüfung untersuchen zu lassen. Zugleich hatte er die Prüfung von Schadensersatzklagen gegen den Vorstand sowie Aufsichtsratschefin Friede Springer beantragt. Kirchs Anwälte argumentierten, Springer haben anstatt auf Alternativvorschläge des Münchener Medienunternehmers einzugehen auf der Ausübung der Option im Wert von 767 Mill. Euro bestanden. Durch die Insolvenz weiter Teile des Kirch-Imperiums sei diese aber nun wertlos. Somit habe das Management die Interessen von Hauptanteilseignerin Friede Springer über die der anderen Aktionäre gestellt und ihnen geschadet.

Allerdings ließ der Aufsichtsrat die Anträge nicht zur Abstimmung zu, woraufhin Kirch rechtliche Schritte ankündigte. Weder Leo Kirch noch Friede Springer erteilten die Anteilseigner die Entlastung. In Springer-Kreisen hieß es am Freitag, der Antrag Kirchs stelle lediglich die Fortsetzung der bereits auf der Hauptversammlung unternommenen Störmanöver des 75-Jährigen dar. Derzeit versucht Leo Kirch seinen Springer-Anteil zu verkaufen, um mit dem Erlös einen Kredit der Deutschen Bank zu bedienen. Die Frist hierfür läuft Ende August ab.

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