Treffen zwischen Barak und Arafat soll in Kürze stattfinden
Neue Nahost-Friedensverhandlungen

Israelis und Palästinenser wollen erneut versuchen, den stockenden Friedensprozess mit Gesprächen auf höchster Ebene wieder in Gang zu bringen.

ap JERUSALEM/KAIRO. Wie am Montag aus palästinensischen und israelischen Regierungkreisen verlautete, wollen Präsident Jassir Arafat und der israelische Ministerpräsident Ehud Barak dazu in Kürze zusammentreffen. Während die israelische Seite dafür keinen genauen Termin nannte, hieß es dazu aus palästinensischen Kreisen, das Treffen werde vermutlich bereits am Montagabend am Grenzübergang Erez zwischen dem Gazastreifen und Israel stattfinden.

Wie die Palästinenser weiter erklärten, werden Delegationen beider Seiten am Montagabend nach Washington abreisen, um dort mit Vermittlern der US-Regierung getrennte Gespräche über die noch strittigen Punkte - allen voran die Jerusalem-Frage - zu führen. Die Unterhändler stehen unter immer stärkerem Zeitdruck, da Barak über keine Mehrheit in der Knesset mehr verfügt und eine Einigung unwahrscheinlich wird, wenn das israelische Parlament Ende Oktober aus den Sommerferien zurückkehrt. Außerdem wird die Präsidentschaftswahl in den USA am 7. November voraussichtlich eine US-Vermittlung in diesem Jahr kaum noch zulassen.

Ein Treffen Arafat-Barak wäre das erste zwischen den beiden Politikern seit dem gescheiterten Nahostgipfel von Camp David im Juli. Der israelische Außenminister Schlomo Ben Ami bestätigte ein Treffen, nannte aber kein genaues Datum. Der palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabbo sagte, Arafat habe dem Treffen nicht zugestimmt, um eine Veränderung in der palästinensischen Haltung anzukündigen. `Wir geben dem Friedensprozess eine neue Chance", sagte Rabbo. `Wir werden keine Zugeständnisse machen."

Die Gespräche scheiterten bisher am Streit über den künftigen Status von Jerusalem, dessen Ostteil die Palästinenser als ihre Hauptstadt beanspruchen. Barak hat erklärt, Israel werde niemals die Souveränität über die Stadt an die Palästinenser abgeben.

Die palästinensische Unterhändlerin Hanan Asfur wies unterdessen einen israelischen Vorschlag zur Unterzeichnung eines weiteren Übergangsabkommens zurück. Ein solches Rahmenabkommen werde es mit den Palästinensern nicht geben, erklärte sie.

Dagegen sagte Ben Ami nach Gesprächen mit der ägyptischen Führung in Kairo, für ein endgültiges Friedensabkommen seien möglicherweise die Zeit zu kurz und die Differenzen zu tief. Deshalb müsse der nächste Schritt ein detailliertes Rahmenabkommen sein, in dem alle wichtigen Probleme berücksichtigt würden. Darin sollte auch ein Zeitrahmen für ein endgültiges Abkommen enthalten sein, sagte Ben Ami. Sein ägyptischer Kollege Amr Mussa machte jedoch Vorbehalte gegen ein Rahmenabkommen geltend. Dies scheine ihm keine gesunde Lösung zu sein, da ein Aufschub in irgendeiner der wichtigen Fragen die Dinge so belassen würde, wie sie seien.

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