Treibstoff reicht für Landung im Ozean
Russland will Raumstation "Mir" verschrotten

Reuters MOSKAU. Voraussichtlich im Februrar will Russland die Raumstation "Mir" aufgeben. Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Interfax sagte der stellvertretende Ministerpräsident Ilja Klebanow am Montag, es solle ein Transporter mit Treibstoff zur "Mir" geschickt werden, um sicher zu stellen, dass die Raumstation so gesteuert werden könne, dass sie wie geplant über dem Ozean niedergehen könne.

Die als überaltert geltende "Mir" befindet sich seit 1986 im All, drei Mal länger, als von den Entwicklern geplant. In den vergangenen Jahren hatte es auf der Forschungsstation mehrere Störfälle gegeben, unter anderem einen Brand und einen Zusammenstoß mit einem Versorgungsschiff.

Russland hatte sich über Jahre hinweg erfolglos bemüht, Geld für den Erhalt der "Mir" zu organisieren. Im vergangenen Monat hatte ein Expertengremium die Regierung schließlich gebeten, das Raumschiff so schnell wie möglich aus der Umlaufbahn zu holen. Statt in den Erhalt einer eigenen Raumstation will Russland jetzt in den Aufbau der internationalen Raumstation ISS investieren. Im Juli wurden bereits zwei Wohnmodule, ähnlich konstruiert wie die "Mir", zur ISS geschickt. Am kommenden Montag soll die erste langfristige Expedition von der russischen Basisstation Baikonur in Kasachstan zur ISS starten.

Die Verschrottung der "Mir" könnte vor allem das Gemeinschaftsunternehmen MirCorp finanziell schädigen. Die Firma unter Vorsitz westlicher Investoren hatte sich die Rechte für öffentliche Flüge zu der Raumstation erkauft. Sie gab an, umgerechnet rund 93 Mill. DM organisiert zu haben, um die "Mir" ein weiteres Jahr im All zu halten. Interesse an "Mir"-Flügen hätten schon Spielfilmregisseur James Cameron ("Titanic") und die amerikanische Fernsehfirma NBC geäußert.

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