Treibstoffmangel vereitelte das Schlimmste
Weihnachten 1994 sollte Paris brennen

Sieben Jahre vor den Kamikaze-Anschlägen in New York und Washington haben Terroristen schon einmal versucht, mit einem entführten Passagierflugzeug ein weltbekanntes Bauwerk zu zerstören.

ap PARIS. Ein Kommando der Bewaffneten Islamischen Gruppe (GIA) kaperte Weihnachten 1994 einen Jet der Air France und wollte ihn auf den Eiffelturm in Paris stürzen lassen, wie Justizkreise erklärten.

"Sie wollten ein starkes Symbol, sie wollten Paris in Flammen sehen", erinnert sich der damalige Innenminister Charles Pasqua. Vier als Mechaniker getarnte Terroristen brachten am Heiligen Abend einen Airbus A300 auf dem Flughafen von Algier in ihre Gewalt. Sie töteten drei Passagiere und ließen weitere 66 frei. An Bord hätten sich die Geiselnehmer mit Gebeten auf ihren Tod vorbereitet, berichtet Pasqua.

Ihr Plan wurde bei einer Zwischenlandung wegen Treibstoffmangels in Marseille vereitelt. "Gemeinsam mit Premierminister Edouard Balladur haben wir die Entscheidung getroffen, das Flugzeug in Marseille zu neutralisieren, was auch immer geschieht", sagt der Exminister "Le Parisien". Deshalb habe er den Befehl zur Erstürmung der Maschine gegeben.

Am Abend des 26. Dezember schlug ein Spezialkommando der Gendarmerie los. Die Anti-Terror-Einheit drang in das Flugzeug ein und tötete alle vier Mitglieder des GIA-Kommandos. Die verbliebenen Passagiere blieben unverletzt. "Es stand niemals zur Debatte, das Flugzeug vollgetankt wieder starten zu lassen", betont Pasqua. "Der Plan der Terroristen war, Paris zu treffen, und zwar auf genau die gleiche Art und Weise wie jetzt New York die Zielscheibe geworden ist.

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