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Trend zum Fremdschrauben

Wann ist ein Saab ein Saab? Oder ein Chrysler ein Chrysler? Wenn er aus den Fabriken der genannten Autohersteller rollt? Das war einmal, aber so uneingeschränkt gilt es schon lange nicht mehr. Denn immer mehr Hersteller lagern immer größere Teile ihrer Produktion ganz oder teilweise aus.

Ob Porsche Boxter, Cayenne, BMW X3, Saab Cabrio oder andere - der Trend zum Fremdschrauben, -schweißen und-montieren nimmt stetig zu. Was einst nur für Klein- und Kleinstserien galt, das bestimmt das Produktionsbild heute auch beim Bau größerer Stückzahlen - und zum Teil sogar bei der Entwicklung ganzer Baugruppen. Damit setzt die Industrie den Trend zur Verringerung der Fertigungstiefe weiter fort. Die Vorteile für die Produzenten liegen auf der Hand. Ähnlich wie bei der Auslagerung von Forschung und Entwicklung - wie an dieser Stelle gestern beschrieben - werden hier die Zeiten zwischen Produktentwicklung und Markteinführung zum Teil dramatisch verkürzt. Und das bei geringeren Kosten. Denn wer woanders bauen lässt, der spart mindestens einmal eigenes Personal sowie den Bau und die Einrichtung der Fertigungsanlagen. Doch es lauern für den Hersteller auch Gefahren. Er hält den Kopf hin, wenn die Qualität der fremdgefertigten Wagen nicht stimmt. Und: Wenn den Kunden allzu ähnliche Produkte - nur versehen mit unterschiedlichen Marken und Preisen - angeboten werden, dann kommt das häufig sinkenden Verkaufszahlen gleich. In jedem Fall aber stellt sich für die Hersteller immer öfter die Frage nach Zuschnitt und Reichweite des Kerngeschäftes. Sind sie Autobauer? Oder Entwickler? Oder bald gar ausschließlich Hüter einer Marke?

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