Trend zur Kostendämpfung eröffnet Marktchancen
Anbieter von Software profitieren von Riesterrente

Ob die Riesterrente für die Versicherer wirklich ein tolles Geschäft wird, ist noch offen. Denn sie werden viel Bürokratie für eine Unmenge an Verträgen mit letztlich sehr kleinen Summen betreiben müssen - ein kostenintensives Geschäft . Aber es gibt Unternehmen, die in jedem Fall daran verdienen: die Anbieter der Software, mit denen die Riesterpolicen verwaltet werden.

fw DÜSSELDORF. Die WestLB bescheinigt in einer Studie der Firma Cor AG (Wertpapierkennnummer 508 320) "enorme Wachstumschancen" im Zusammenhang mit der Riesterreform. Dem steht allerdings ein großes Risiko gegenüber, weil Cor sich auf eine sehr enge Marktnische spezialisiert hat, nämlich Lösungen, bei denen das ganze Riesterthema ausgelagert wird (Outsourcing).

Breiter aufgestellt und weniger abhängig vom Thema Riester ist nach ihrer Meinung die ebenfalls am Neuen Markt notierte FJA AG (WKN 513 010), die eine höhere Marktkapitalisierung (390 Mill. Euro gegenüber 60 Mill. bei Cor) und stabilere Gewinne aufweist. Die WestLB hat einen angemessenen Wert von 65 Euro errechnet und ratet die Aktie mit "outperform" (überdurchschnittlich). BHF-Bank-Analystin Stella Dombrowsky verweist auf die 20jährige Erfolgsgeschichte des Unternehmens und seinen Marktanteil von über 50 % im deutschsprachigen Raum. Im Vergleich zu Cor sagt sie: "FJA spielt in einer ganz anderen Liga". Es gibt aber auch skeptische Stimmen: Consors hat ein Kursziel von nur 47 Euro veröffentlicht.

Interessante Anbieter sitzen aber auch in Großbritannien. Mit einem Kursziel von 185 Pence und einer Kaufempfehlung hat die WestLB Marlborough Stirling (MAS) versehen (WKN 658 938). Sie lobt die Gesellschaft, die vor allem auf längerfristige Projekte spezialisiert sei. Für UBS Warburg ist die Aktie ein "starker Kauf" mit einem Kursziel von 250 p. Analyst Daniel Woodbridge hebt die gute Marktposition im Lebensversicherungsgeschäft und Hypothekenbereich sowie das Angebot an Outsourcing-Lösungen hervor.

Die Innovation Group, eine knappe Milliarde Euro schwer (WKN 939 154) bekommt als Empfehlung von der WestLB ein "Halten". Das Kursziel von 300 Pence wurde schon überschritten. Andere Häuser haben aber Kaufempfehlungen ausgesprochen. Ihre Marktnische ist interessant: Sie rationalisiert die Schadensbearbeitung im so genannten "Nicht-Leben-Geschäft".

Insgesamt werden die IT-Investitionen der Versicherungsbranche nach Schätzung der WestLB von gut 2,5 Mrd. Euro weltweit bis 2004 auf mehr als vier Mrd. steigen. Dabei nehme die Eigenentwicklung der Software, die in der Branche noch weit verbreitet ist, bis zu fünf Jahre in Anspruch, während die Einführung von Standardsoftware nur ein bis zwei Jahre dauere und durch Outsourcing die Zeitspanne auf drei bis sechs Monate verkürzt werden könne.

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