Trend zur Übernahme von Fußball-Clubs deutet sich auch in Ländern wie Italien und Spanien an
Spielball der Milliardäre

Ob bei Aston Villa, Leeds United oder sogar Arsenal London - immer öfter fallen die Namen reicher Geschäftsleute, die sich einen Fußball-Club zulegen wollen. Den britischen Vereinen kommt das neue Interesse potenter Geldgeber wie gerufen.

LONDON. Als der Kameruner Eric Djemba-Djemba am Dienstag Abend drei Minuten vor dem Ende der Verlängerung ein glückliches 3:2 gegen Leeds United lupfte, war das Ergebnis ein Spiegelbild des wirklichen Lebens. Manchester United, einer der reichsten Clubs der Welt, hatte nach einer peinlichen Heimniederlage vom Wochenende seine Ehre im Ligapokal halbwegs wiederhergestellt. Und das abstiegsbedrohte Leeds bekam am Ende des gleichen Tages, an dem es existenzbedrohliche Verluste von fast 50 Mill. Pfund ( 72 Mill. ?) veröffentlichen musste, auf dem Platz erneut die Grenzen aufgezeigt.

So unterschiedlich die Vereine in der Liga sind, sie haben ihre Gemeinsamkeiten: Beide Clubs notieren an der Londoner Börse. Und beide sorgten in der jüngsten Vergangenheit für Gesprächsstoff. Denn Leeds und "ManU" könnten schon bald ihre Notierung verlieren - und damit einen Trend im englischen Fußball verstärken.

Denn wer etwas auf sich hält, scheint es, kauft sich in diesen Tagen einen Fußball-Club. "Es ist geradezu trendy, sich mit einem Verein zu schmücken", sagt Analyst Leigh Webb von WestLB Panmure. Das Beispiel des FC Chelsea London macht Schule. Kürzlich vom russischen Geschäftsmann Roman Abramovich gekauft, deckte sich der Club für mehr als 150 Mill. Pfund mit Spielern ein und sorgt in der nationalen Konkurrenz und der europäischen Champions League für Furore. Seitdem kochen die Spekulationen unentwegt. Das Kandidaten- Karussell dreht sich vom Club Aston Villa, der mit einem venezolanischen Geschäftsmann in Verbindung gebracht wird, bis zu Tabellenführer Arsenal London, dem ein russischer Geschäftsmann nachstellen soll. Gestern kamen Spekulationen auf, der schwer reiche thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra interessiere sich für den Londoner Fußballclub FC Fulham - derzeit noch im Besitz des Harrods-Milliardärs Mohammed Al Fayed.

"Die meisten Clubs würde ein Gebot freuen, weil sie nicht profitabel genug sind", sagt Webb. Wegbrechende Fernseheinnahmen lassen europaweit riesige Löcher in den Bilanzen der Vereine klaffen. Das ist auch bei Leeds der Fall, das vor allem auf das Engagement ihres Vize-Chairmans Allan Leighton hofft. Dessen Firma pumpte kürzlich mehr als 4 Mill. Pfund in den Club. Der Kredit soll sich einst in Aktien umwandeln lassen, so der Plan. Auf diese Art könnte Leighton ein Drittel der Anteile anhäufen.

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