Trendwende in Sicht
Einzelhandel sieht konjunkturelle Trendwende schon Weihnachten

Die Stimmung unter den Verbauchern sei besser geworden, begründete der HDE seine Umsatzprognose. Die für 2001 erwartete Trendwende im Einzelhandel werde sich schon im Weihnachtsgeschäft zeigen.

Reuters BERLIN. Der deutsche Einzelhandel geht optimistisch ins Weihnachtsgeschäft, das der Branche traditionell in den Monaten November und Dezember den Umsatz- und vor allem Ertragsschub gibt. Nach Einschätzung des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE) dürfte der Weihnachtsumsatz in diesem Jahr auf 27,0 (Vorjahr 26,4) Milliarden DM steigen. "Die für 2001 erwartete Trendwende im Einzelhandel wird sich schon im Weihnachtsgeschäft zeigen", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr Reuters. Auch die großen Warenhauskonzerne sowie Fachhandelsketten erhoffen sich in dem verbesserten konjunkturellen Umfeld eine Umsatzsteigerung gegenüber dem bereits guten Weihnachtsgeschäft 1999. Die Stimmung unter den Verbauchern sei besser geworden, begründete der HDE seine Umsatzprognose, wobei sich der Weihnachtsumsatz als der Mehrumsatz in den Monaten November und Dezember versteht, der über dem durchschnittlichen Umsatz in den Monaten Januar bis Oktober liegt. Für 2001 erwartet der HDE einen Umsatzanstieg um 2,3 Prozent nach zwei Prozent in diesem Jahr. Die heiße Phase für den Handel beginnt eigentlich erst mit den vier langen, verkaufsoffenen Samstagen im Dezember. aber wie weit das Ladenschlussgesetz bereits durchlöchert ist, zeigt sich am Beispiel Berlins, wo Kunden in großen Einkaufszentren schon von diesem Samstag an und den dann die bis Weihnachten folgenden bis 18.00 (statt 16.00) Uhr nach Herzenslust einkaufen können. Und als Besonderheit können in diesem Jahr - bundesweit - auch am Heiligabend, der auf einen Sonntag fällt, Geschäfte mit überwiegend Lebensmittelhandel öffnen. Der Chef des KaDeWe, Europas größtem Warenhaus, Volker Weihe, fordert eine generelle Ausdehnung der Öffnungszeiten an Samstagen bis auf 20.00 Uhr. An Spitzentagen in der Weihnachtszeit besuchen das zum KarstadtQuelle-Konzern gehörende Einkaufshaus bis zu 200.000 Menschen, wie Weiher kürzlich in einem Interview erklärte. "Weihnachten 2000 - Das Ende der Bescheidenheit" - mit solchen ganzseitigen Zeitschriften-Anzeigen hofft der Diamanten-Händler DeBeers auf gute Umsätze. Ob sich die Verbraucher im Vorgriff auf die zu Jahresbeginn 2001 wirksam werdende Steuerreform spendabler zeigen, bleibt abzuwarten. Warenhaussprecher verweisen hier auch auf die negativen Folgen des Ölpreisanstiegs und der Ökosteuer. Gleichwohl herrscht Optimismus vor. "Wir sind gut gerüstet und erwarten einen höheren Umsatz", sagte ein Sprecher der Einzelhandels-Gruppe Douglas in Hagen mit Blick auf die Parfum- und Schmuckketten, die gerade in der Weihnachtszeit besonders hohe Umsätze erzielen. Mit einer starken Nachfrage im Bereich Unterhaltungselektronik und hier wiederum nach Großbild-TV oder DVD-Spielern rechnet der KarstadtQuelle-Konzern, mit seinen Karstadt-, Hertie - und Wertheim-Warenhäusern sowie den Versandhandelstöchtern Neckermann und Quelle. Inwieweit hier der schwache Euro negativ auf die Preise durchschlägt, bleibt abzuwarten. Viele Produkte und auch Bauteile werden im Dollarraum eingekauft. Bereits im August wurden hier die Preise um etwa drei Prozent angehoben, wie ein Karstadt-Sprecher in Essen mitteilte. Weitere Preiserhöhungen - mit Ausnahme für die Eigenmarke Dual - wollte er nicht ausschließen. Eine Sprecherin der zur Düsseldorfer Metro AG gehörenden Kaufhof Warenhaus AG sagte, bei den Preisen werde sich bei der Unterhaltungselektronik im Weihnachtsgeschäft wenig tun. Die Importe beruhten auf langfristigen Lieferverträgen. "Zudem sind die Verbraucher sehr preissensibel", sagte die Sprecherin. Wie sehr in diesem Bereich der Absatz boomt, zeigt sich an den Neun-Monats-Umsatzzahlen der ebenfalls zur Metro gehörden Media/Saturn-Gruppe, die um 27,7 Prozent auf 9,95 Milliarden DM zunahmen. Für den stationären Einzelhandel werden vom E-Commerce-Geschäft im Internet zu Weihnachten noch keine großen Umsatzbeiträge erwartet. Bei Karstadt, Kaufhof und Douglas wurde übereinstimmend auf den Service-Charakter hingewiesen. Im Versandhandel will KarstadtQuelle in diesem Jahr aber bereits rund 700 Millionen DM via Internet erlösen. Der HDE schätzte den Anteil der E-Commerce-Geschäfts am Einzelhandelsumsatz auf 0,5 Prozent. Allerdings sei das Weihnachtsgeschäft für einige Internet-Anbieter von besonderer Bedeutung, da etwa Bücher, CDs und Spielwaren zu den klassischen Weihnachtsgeschenken gehörten. brs/mwo REUTERS 021010 Nov 00

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