Trendwende nicht in Sicht
Importrückgang belegt deutsche Konjunkturschwäche

Der erneute Rückgang der Importe im August belegt nach Ansicht von Volkswirten die anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft.

rtr FRANKFURT. Die Einfuhren lagen mit einem Volumen von 41,6 Mrd. ? um 2,7 % unter dem Niveau von August 2001, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Volkswirten zufolge ist eine Trendwende bei der schwachen Binnenkonjunktur auch noch nicht in Sicht. Die deutschen Ausfuhren zogen im August mit einem Wert von 52,2 Mrd. ? zum Vorjahr um 1,0 % an.

"Die Weltwirtschaft stottert nach wie vor, der Welthandel läuft nicht auf Hochtouren", kommentierte DekaBank-Analyst Andreas Scheuerle die Außenhandelsdaten. Zwar sei der Exportzuwachs ein schönes Ergebnis, das deutliche Minus bei den Importen deute jedoch darauf hin, dass die schwache Binnennachfrage anhalte. Er sehe sich in seiner Prognose bestätigt, wonach in diesem Jahr mit einem unbereinigten Exportzuwachs zum Vorjahr um 2,4 % und einem Rückgang bei den Importen um 2,4 % zu rechnen sei.

Auch Bernd Weidensteiner von der DZ-Bank betonte, die Importe sei ein Zeichen für die schwache Binnenkonjunktur: "Das deutet nicht auf eine dynamischere Konjunktur hin." Erst wenn die Importe anzögen, sei mit einer Konjunkturerholung zu rechnen. Pessimistisch äußerte sich Thomas Amend von HSBC Trinkaus & Burkhardt: "Bei der Binnennachfrage ist noch keine Trendwende zu erkennen."

Saisonbereinigt stiegen die deutschen Importe im Vergleich zum Juli den Angaben des Statistikamts zufolge um 8,1 %, die Exporte legten um 10,6 % zu. Der deutsche Handelsbilanzüberschuss ging im August auf 10,5 Mrd. ? von revidiert 11,9 Mrd. ? im Juli zurück. In den ersten acht Monaten dieses Jahres betrug der Handelsbilanzüberschuss 84,1 Mrd. ? nach 61,8 Mrd. ? im Vorjahreszeitraum. Die Leistungsbilanz schloss im August mit einem Überschuss von 4,5 Mrd. ? ab. Das Defizit in der Dienstleistungsbilanz verringerte sich dabei auf 3,7 (Juli 4,6) Mrd. ?.

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im August Waren im Wert von 27,6 Mrd. ? geliefert und Waren im Wert von 22,5 Mrd. ? von dort bezogen. Zum Vorjahr entspricht das einen Exportzuwachs um 1,3 % und einem Rückgang bei den Importen um 1,9 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%