Trendwende scheint Analysten illusorisch
IAA gibt angeschlagenen Autoaktien kaum Schwung

Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) feiert die Autobranche neue Superlative. Doch die Börse feiert nicht mit: Weil die Branche weltweit in einer Krise steckt, sind die Aktienkurse teilweise schon seit Monaten auf Talfahrt. Selbst erfolgsgewohnte deutsche Hersteller wie Porsche und BMW müssen um ihren "shareholder value" bangen.

dpa-afx FRANKFURT. Seit der Jahresmitte ist die Porsche-Aktie von rund 420 auf knapp 360 ? gefallen. BMW gaben von knapp 40 auf 35 ? nach. VW fielen von 56 auf 48 ? und DaimlerChrysler sogar rund ein Viertel von knapp 58 auf 44 ?. Den US-Konzernen erging es nicht besser: Die Opel-Mutter General Motors sah ihre Aktie von 67 auf 57 $ fallen. Ford gaben von knapp 26 auf knapp 20 Dollar nach.

Frühjahrs-Hausse verpufft

"Dabei hatten die Autotitel am Anfang des Jahres noch im Vergleich zu den übrigen Branchen recht gut da gestanden", sagt Robert Halver, Analyst bei Delbrück Asset Management. Doch heute liegen die meisten Autoaktien wieder dort, wo sie vor der kleinen "Auto-Hausse" im Frühjahr gelegen hatten, als viele Investoren ihr Geld aus unsicheren "Wachstumstiteln" in Standardwerte umschichteten.

Den Deutschen sitze im Moment das Geld im Portemonnaie nicht so locker, sagte Halver der dpa-AFX. Die zweite Stufe der Ökosteuer und die steigenden Benzinpreise hätten vielen die Lust auf einen Neuwagen vergällt. Auch andere Analysten sehen hier wichtige Gründe für die Kursverluste.

Analysten erwarten keinen Schub von der IAA

Mit dem Aktienboom Ende der 90er Jahre hatten auch die Autotitel angezogen. Weil sie als solide Anlage gelten, war der Boom aber nicht so ausgeprägt wie bei den Spekulationswerten am Neuen Markt . Dafür war auch der Kurseinbruch nach dem Ende der Euphorie geringer. Allerdings verloren auch die Anteilsscheine von Ford oder Daimler-Chrysler seit April 1999 immerhin fast die Hälfte ihres Wertes.

Die IAA, da sind sich die Experten einig, wird den Trend nach unten nicht abrupt bremsen und große Impulse für einen Turnaround liefern können. Es gebe zu wenig echte Modellneuheiten, sagt der Analyst Halver. Viele der gezeigten Neuheiten seien lediglich Nischenprodukte. Doch was wirklich zähle, sei das Massensegment. "Im Moment sehe ich zum Beispiel bei VW wenig Neues", sagt Halver und bewertet das Papier mit "neutral".

Nicht alle teilen den Pessimismus

Eine Trendwende für die Autoaktien noch in diesem Jahr scheint den meisten Branchenanalysten mittlerweile nur noch illusorisch. Halver hat sich vorsichtig auf das Frühjahr verlegt und rechnet erst dann mit dem konjunkturellen Aufwind: "Im Herbst kaufen die Leute keine Autos, da wird`s zu früh dunkel und man kann sein neues Auto ja auch nicht mehr zeigen", gibt er schmunzelnd zu bedenken.

Allerdings teilen nicht alle seinen Pessimismus: Die Analysten von Lehman Brothers stuften erst vorletzte Woche BMW mit Kursziel 55 ? auf "strong buy". Und auch Halver setzt Daimler-Chrysler wegen einer möglichen Erholung in den USA auf "übergewichten.

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