Trendwende zum Negativen am Arbeitsmarkt
Zahl der Arbeitslosen steigt auf 3,78 Millionen

Die Konjunkturflaute hat die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach Einschätzung von Ökonomen im November auf etwa 3,78 Millionen steigen lassen.

ap MÜNCHEN/HAMBURG. Der Arbeitsmarktexperte des Münchner ifo-Institutes Wolfgang Meister erklärte am Freitag auf Anfrage, die Zahl der Menschen ohne Job habe sich im November voraussichtlich um knapp 60 000 auf 3,78 Millionen erhöht. Gegenüber dem Vorjahresmonat sei dies ein Anstieg um knapp 140 000 Arbeitslosen.

Zwar steige von Oktober auf November die Zahl der Arbeitslosen in der Regel. Hauptursache sei aber zurzeit die Konjunkturschwäche. Meister wies darauf hin, dass die Arbeitslosenzahl seit Jahresanfang saisonbereinigt steige.

Die "Bild"-Zeitung und die Tageszeitung die "Welt" (Freitagausgaben) berichteten unter Berufung auf erste Berechnungen der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit, die Zahl der Arbeitslosen habe sich im November um 45 000 auf 3,77 Millionen erhöht. Gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat wäre dies ein Anstieg um 125 000. Die offiziellen Zahlen gibt die Bundesanstalt für Arbeit in der kommenden Woche bekannt.

Die "Welt" schrieb, mit dieser Entwicklung habe am Arbeitsmarkt eine Trendwende stattgefunden. Laut Definition der Bundesanstalt liege eine Trendwende am Arbeitsmarkt immer dann vor, wenn drei Monate hintereinander die Arbeitslosenentwicklung unter oder über dem Vorjahresstand liege. In den Monaten September, Oktober und November des laufenden Jahres lag die Arbeitslosigkeit über dem Vorjahresniveau.

Bundesfinanzminister Hans Eichel räumte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Berlin Mitte" erneut ein, dass die ursprünglich von der rot-grünen Koalition angestrebte Senkung der Arbeitslosenzahl auf unter 3,5 Millionen in dieser Legislaturperiode nicht mehr zu erreichen ist. "Das ist bis zum September nächsten Jahres unrealistisch", sagte der SPD-Politiker. Man werde dafür länger brauchen.

Forderungen nach zusätzlichen Steuerentlastungen erteilte Eichel eine Absage. "Wir können nicht noch einmal draufsatteln", sagte er. Im Bundeshaushalt 2002 seien bereits 19 Milliarden Mark steuerliche Entlastungen enthalten und damit vergleichsweise mehr als in jedem anderen europäischen Land. Dagegen forderte Unionsfraktionschef Friedrich Merz in der selben Sendung erneut das Vorziehen eines Teils der Steuerreform, um vor allem den Mittelstand zu entlasten.

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