Trennung soll in einem Schritt erfolgen
Deutsche Bank beendet kostspieliges Gerling-Engagement

Die Deutsche Bank steht nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen kurz vor dem vollständigen Ausstieg beim angeschlagenen Kölner Versicherungskonzern Gerling. Dies soll mit dem Verkauf des Kreditversicherers Gerling NCM verknüpft werden.

Reuters KÖLN. "Die letzten Einzelheiten über den NCM-Deal werden gerade verhandelt. Danach wird die Bank sich in einem Schritt von ihrem Gerling-Anteil trennen", hieß es am Dienstag aus den Kreisen.

Für das Kreditinstitut sei hier nicht der finanzielle Aufwand entscheidend, sondern vielmehr die Sicherheit, dass nach dem Ausstieg keine weiteren Forderungen auf sie zu kommen. Die Deutsche Bank hat ihren 34,5 Prozentigen Anteil am Gerling-Konzern inzwischen ganz abgeschrieben. Bereits 2002 hatte die Deutsche Bank rund 700 Millionen Euro auf ihre Beteiligung wertberichtigt, die zuletzt noch mit etwa 500 Millionen Euro in der Bilanz stand.

NCM-Deal ebnet den Weg für Konzern-Lösung

Deutsche Bank und der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re verhandeln bereits seit Wochen darüber, wie sie den weltweit zweitgrößten Kreditversicherer zunächst mehrheitlich übernehmen können. Die Deutsche Bank scheint bereit, den NCM-Anteil dann ohne finanzielle Gegenleistung an Gerling zurück zu geben, wenn sie dafür von Forderungen freigestellt wird.

Swiss Re hält schon 25 Prozent plus eine Aktie an Gerling NCM und die Bank kontrolliert über verschiedene Unternehmen bereits 19,1 Prozent von NCM. Gerlings NCM-Beteiligung von 55,9 Prozent hat nach Angaben aus Branchenkreisen einen Wert von rund 350 Millionen Euro.

Mit dem NCM-Verkaufserlös könnte der Gerling-Konzern wiederum die Kapitalbasis des seines defizitären Rückversicherers stärken und so doch noch die Zustimmung für den Verkauf dieser Sparte von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten. Nach einer ersten gerichtlichen Niederlage will die Aufsichtsbehörde in der nächsten Instanz den geplanten Verkauf des Rückversicherers an die Globale Management GmbH stoppen. Das BaFin hatte in der Vergangenheit kritisiert, dass bei den bisherigen Verkaufsplänen für die Rückversicherungstochter keine hinreichende Gewähr für den unternehmerischen Erfolg nachgewiesen worden sei. Der erfolgreiche Verkauf der defizitären Rückversicherungstochter gilt wiederum als Voraussetzung für die angestrebte Partnerschaft von Gerling auf Konzernebene.

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