Trennung von Randgeschäften geht weiter
Reuters baut Internet-Angebot aus

Der Finanzinformationskonzern Reuters will sein Angebot im Internet deutlich ausbauen. Im Januar werde die bisherige Webseite Reuters.com mit dem zugekauften Privatanleger-Angebot Multexinvestor.com zusammengelegt, kündigte Tom Glocer, Vorstandschef der Reuters Group plc, im Gespräch mit dem Handelsblatt an.

LONDON. Im Kampf gegen den schärfsten Konkurrenten Bloomberg zeigte er sich zuversichtlich, dass sich der stark von der Krise in der Finanzbranche betroffene Anbieter gefangen habe. "Wir werden nächstes Jahr Marktanteile zurückholen", kündigte Glocer an. Durch die Ausweitung der Produktpalette gewinne Reuters wieder dazu.

Eine generelle Erholung des Marktes für Finanzinformationen erwartet der erst vor zwei Jahren an die Konzernspitze aufgerückte Glocer nicht vor 2005. Auch danach seien Wachstumsraten wie 1999 oder 2000 nicht mehr zu erreichen. Die Finanzbranche werde aber auf den langfristigen Pfad von drei bis vier Prozent Wachstum im Jahr zurückkehren.

Bis dahin will sich Reuters weiter von Randgeschäften trennen und das Kerngeschäft stärken. Denkbar sei auch ein Teilverkauf der US-Handelsplattform Instinet, an der Reuters mit 63 % beteiligt ist. Instinet habe für Reuters keine strategische Bedeutung, so Glocer: "Ich wäre sehr überrascht, wenn wir nicht von der fälligen Konsolidierung auf diesem Markt profitieren würden." Für ihn sei nur der profitable Instinet- Bereich interessant, über den institutionelle Investoren anonym Orders platzieren können. Für die Handelsplattform selbst soll sich schon die New Yorker Börse interessieren.

Das verbreiterte Internetangebot sieht Glocer als "Grundstein für die Zukunft" des 160 Jahre alten Konzerns. "Reuters.com zählt schon jetzt rund zwei Millionen Besucher im Monat, ohne dass wir das durch Marketing unterstützen." Multexinvestor.com habe es mit seinem Informationstool für Privatanleger auf bereits 680 000 Besucher monatlich geschafft. Damit liegen die Dienste zusammen etwa auf dem Niveau von Handelsblatt.com oder Faz.net.

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