Tribüne und Rasen durch türkische Fans beschädigt
Orientalisches Fußballfest mit Nebenwirkungen

"Wenn ich ehrlich sein soll, war die Atmosphäre hier besser als bei einigen unserer Spiele in Istanbul", meinte Chefcoach Fatih Terim in der Nacht zum Mittwoch nach dem 2:0-Erfolg im Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin. Die vorwiegend türkischen Fans verwandelten das Westfalenstadion in ein orientalisches Tollhaus, als Galatasaray durch zwei Tore von Kapitän Hakan Sükür das Tor zum Achtelfinale wieder aufstieß.

HB DORTMUND. Allerdings richteten die offiziell 44 000 und nicht wie von den Türken angegeben 60 000 Besucher während und nach der Begegnung erheblichen Sachschaden an. Auf der Südtribüne wurden Hunderte von Sitzschalen herausgerissen. Außerdem wurde der Rasen im Westfalenstadion durch Fans, die nach der wegen des großes Andrangs mit Verspätung angepfiffenen Partie aufs Spielfeld stürmten, erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Bereits am Samstag trägt der BVB sein Heimspiel gegen Hertha BSC aus. Nach Angaben von Borussia Dortmund ist der gastgebende Club für die Regulierung der Schäden zuständig.

Der Bundesligaclub profitierte dennoch von der Invasion der Anhänger. Auf rund eine halbe Million Euro werden die Einnahmen des Stadioneigners BVB aus Vermietung und Ticketverkauf-Beteiligung geschätzt. Mit einer zusätzlichen Geldquelle und einem ähnlichen großen Fan-Aufkommen kann auch der FC Schalke rechnen, wenn Besiktas Istanbul am kommenden Dienstag seine Partie gegen den FC Chelsea in Gelsenkirchen austrägt.

Doch trotz der mit riesigen Transparenten sichtbar gemachten Umbenennung des westfälischen Fußball-Tempels in "Ali-Sami-Yen-Stadion" und des enthusiastischen Empfangs der aus ganz Deutschland und den Niederlanden angereisten Türken war der Groll über die Spielverlegung spürbar. "Hier ist eure Bombe: 2:0", lautete die Schlagzeile der türkischen Tageszeitung "Milliyet" am Mittwoch.

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