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Trickreich: Wilder Tabak vergiftet SchädlingeDPA-Datum: 2004-07-01 20:26:29

Jena (dpa) - Wilder Tabak wehrt sich mit einer Doppelstrategie gegen Schädlinge: Er produziert bei Verletzungen seiner Blätter ein Nervengift und lockt zugleich die Feinde der Insekten an.

Jena (dpa) - Wilder Tabak wehrt sich mit einer Doppelstrategie gegen Schädlinge: Er produziert bei Verletzungen seiner Blätter ein Nervengift und lockt zugleich die Feinde der Insekten an.

Das haben Jenaer Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemische Ökologie unter Leitung von Ian Baldwin herausgefunden. Die Wissenschaftler haben ihre Forschungsergebnisse in der Online-Ausgabe des US-Fachjournals «Science» veröffentlicht.

Wenn seine Blättern angebissen werden, produziert Wilder Tabak Nikotin und transportiert es an die betroffenen Stellen. Allein auf das Nervengift zu vertrauen, würde auf Dauer aber zu viel Energie kosten und das Wachstum der Pflanze bremsen, urteilten die Wissenschaftler. Sie entdeckten einen zweiten Abwehrmechanismus: Die Pflanze stellt gleichzeitig einen Duftstoff her, der die Feinde der Raupen anlockt und Schmetterlinge davon abhält, weitere Eier auf diese Pflanze zu legen.

Den Schutzmechanismen kamen die Forscher mit Hilfe von Gentechnik auf die Spur. Sie identifizierten die Gene, die den Bauplan für das Gift und die Duftstoffe enthalten, und unterdrückten sie. Danach waren die Pflanzen den Schädlingen wehrlos ausgeliefert. In geplanten Freilandversuchen sollen nun die Wechselbeziehungen zwischen Pflanzen und Fraßfeinden genauer untersucht werden. Der Wilde Tabak ist nach Meinung der Forscher ein Beispiel für perfekte ökologische Anpassung und auch ein Vorbild für die Agrarforschung.

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