Trienekens belastet
Schlüsselfigur im Müllskandal sagt umfassend aus

Im Kölner Müll- und Spendenskandal hat eine Schlüsselfigur, der frühere Top-Manager Sigfrid Michelfelder, umfassend über die Hintergründe der Affäre ausgesagt. Über konkrete Inhalte der rund sechsstündigen Vernehmung machten die Ermittler keine Angaben.

dpa KÖLN. Die am Donnerstag unterbrochene Befragung des ehemaligen Geschäftsführers des Gummersbacher Anlagenbauers Steinmüller werde am kommenden Montag (8. April) fortgesetzt, sagte Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt in Köln.

Die Behördensprecherin sagte, dass Michelfelder (61) in einer mehrere Tage alten schriftlichen Erklärung den Viersener Müll-Unternehmer Hellmut Trienekens (63) als Mitwisser und Empfänger von Bestechungsgeldern genannt habe. "Das heißt für uns aber erst einmal nicht viel, denn Herr Trienekens weist die Vorwürfe zurück", sagte Appenrodt.

Michelfelder, von 1978 bis 1999 bei Steinmüller beschäftigt, sitzt wegen Bestechungsverdachts und Verdunklungsgefahr seit Anfang Februar in Untersuchungshaft. Er soll 7,26 Mill. ? aus der Firmenkasse für persönliche Zwecke und als Schmiergelder abgezweigt haben.

Der Anlagenbauer Steinmüller hatte 1994 den Zuschlag für den Bau der 409 Mill. ? teuren Müllverbrennungsanlage (MVA) in Köln- Niehl erhalten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob in diesem Zusammenhang auch illegale Spenden an die Kölner SPD geflossen sind. Es besteht Korruptionsverdacht.

Nach früheren Angaben von Michelfelder sollen Bestechungsgelder auch an den in Haft sitzenden Ulrich Eisermann, den früheren Chef der Kölner Müllofen-Betreibergesellschaft AVG, sowie an den ehemaligen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Wienand, gegangen sein. Die Schwarzgelder stammen nach Erkenntnissen der Ermittler aus einem mit 14,83 Mill. ? gefüllten Schmiergeldtopf in der Schweiz, den deutsche Anlagen-Bauer in den 90er Jahren angelegt hatten.

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