Trikots waren der Renner
Adidas-Chef wertet Fußball-WM als Erfolg

Der Vorstandschef des weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers Adidas Salomon hat nach millionenschweren Marketingausgaben zum Abschluss der Fußball-Weltmeisterschaft eine positive Bilanz gezogen.

rtr FRANKFURT. "Aus wirtschaftlicher Sicht war die WM sehr erfolgreich für Adidas", sagte Herbert Hainer in einem Interview der "Börsen-Zeitung". Sein Haus habe die selbstgestecken finanziellen Ziele bei der WM in Japan und Südkorea sicherlich übertroffen. Gleichwohl gebe es derzeit in der Welt auch einige negative Auswirkungen auf das Geschäft von Adidas, schränkte er ein. "So ist die Wirtschaftskrise in Argentinien und Brasilien zu nennen sowie die Währungsabwertung in der Türkei, die uns allein im Mai eine Million Euro an Gewinn gekostet hat. Wir müssen sehen, wenn nach der WM genau abgerechnet wird, was an Plus übrig bleibt." Er sei jedoch überzeugt, dass die Nummer zwei nach dem US-Branchenführer Nike ihre Geschäftsziele für 2002 erreichen werde, bekräftigte Hainer. Adidas hat für das laufende Jahr einen Zuwachs beim Konzerngewinn von fünf bis zehn Prozent in Aussicht gestellt. Der Umsatz soll zugleich um fünf Prozent zulegen. Adidas gehörte mit millionenschweren Ausgaben zu den wichtigsten Sponsoren der diesjährigen Fußball-WM. Rund 40 Mill. ? hat sich die Traditionsfirma ihr Engagement kosten lassen. Zehn Mannschaften haben mit den dreistreifigen Fußball-Schuhen gespielt, darunter das deutsche Nationalteam von Trainer Rudi Völler sowie mit Frankreich der Weltmeister von 1998. Für die Investitionen, die das Markenimage von Adidas besonders auch in Asien stärken sollten, hat das Unternehmen zum Jahresbeginn Einbußen beim Gewinn in Kauf genommen. Diese sollen in der zweiten Hälfte 2002 jedoch mehr als wettgemacht werden.

Zum Verkaufsschlager während des Turniers wurden nach Angaben von Hainer vor allem die Trikots der japanischen und deutschen Nationalmannschaft. "Vom japanischen haben wir allein 600 000 Stück abgesetzt", sagte er. "Betriebswirtschaftlich hat definitiv das japanische Team am meisten für uns gebracht, weil wir hier in einem Land ein Fieber entfachen konnten, das bis vor kurzem noch nicht von Fußball dominiert war." Die Leistung des deutschen Teams habe sich kommerziell ebenso sehr positiv ausgewirkt, fügte er hinzu. In zahlreichen deutschen Städten waren angesichts des überraschenden Finaleinzugs der DFB-Elf die Trikots der Nationalmannschaft zuletzt vergriffen.

Hainer bekräftigte sein Ziel, in den kommenden Jahren auf dem asiatischen Markt deutlich zuzulegen. "In Asien hatten wir in den vergangenen drei Jahren ein enormes Wachstum verzeichnet, und ich denke, dass wir auch in den kommenden Jahren zweistellige Zuwächse jährlich erreichen werden", sagte der Adidas-Chef. Dies solle nicht nur die großen Märkte Japan, China und Südkorea betreffen, sondern auch die kleineren Länder.

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