Trinkwasser ungerecht verteilt
Weihnachtliche Hilfsaktionen der Kirchen eröffnet

Die kirchlichen Hilfswerke Brot für die Welt und Adveniat haben am ersten Adventssonntag ihre bundesweiten Spenden-Sammlungen gestartet. Bei den Eröffnungsgottesdiensten in Speyer und Aachen standen die diesjährigen Schwerpunktthemen im Mittelpunkt.

dpa SPEYER/AACHEN. Brot für die Welt prangert an, dass weltweit 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Adveniat rückt die dramatische Situation von Mill. von Menschen in Kolumbien in den Blick; dort herrscht Bürgerkrieg.

Im vergangenen Jahr sammelte das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt für Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika mehr als 55,5 Mill. Euro, die katholische Adveniat-Aktion erhielt für ihre Arbeit zu Gunsten Lateinamerikas 45 Mill. Euro Spenden.

Als Skandal bezeichnete die Direktorin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, die ungerechte Verteilung von Trinkwasser auf der Welt. Ungestillter Durst oder verschmutztes Wasser töteten schneller als Hunger, sagte sie in dem von der ARD aus Speyer übertragenen Gottesdienst. "Menschen haben ein Recht auf sauberes Wasser", betonte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Eberhard Cherdron, in seiner Predigt. "Es ist nicht einzusehen, dass in den Entwicklungsländern viele Stadtbewohner gezwungen sind, sich abgestandenes Wasser in Plastikkanistern zu kaufen, während Reiche in denselben Ländern ihre Swimmingpools mit bestem Trinkwasser füllen." Brot für die Welt wolle deshalb das "Menschenrecht Wasser" durchsetzen.

Armut am Beispiel der Situation in Kolumbien

In den Mega-Städten der Dritten Welt achteten Unternehmen der Wasserversorgung vor allem auf Renditen und vernachlässigten Investitionen in die Leitungsnetze, hatte der Wissenschaftler und SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Ulrich von Weizsäcker am Samstag bei einer Diskussion kritisiert. Bei einem ebenfalls zur "Brot für die Welt"-Eröffnung gehörenden Jugendkonzert wurde Wasser als "Eintrittsgeld" von den Besuchern verlangt. Es wurde in Säulen gesammelt, die später mit Prominenten-Unterschriften für einen guten Zweck im Internet versteigert werden sollen.

Am Beispiel Kolumbien will Adveniat die Armutsproblematik in Lateinamerika deutlich machen. Seit mehr als 40 Jahren herrscht in dem Land Bürgerkrieg. Nach Angaben von Adveniat gibt es mehr als 250 000 Todesopfer und drei Millionen Flüchtlinge. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Kirche sei der größte Hoffnungsträger für Frieden, teilte Adveniat mit. Sie sei die Institution, die in der Bevölkerung das größte Vertrauen genieße.

Ein Mahnmal aus 2000 Paar gebrauchten Schuhen vor dem Aachener Dom wies am Sonntag auf das Schicksal von 2,5 Mill. Vertriebenen hin. Adveniat plant bis Weihnachten mehr als 200 Veranstaltungen. Höhepunkt und Abschluss ist die bundesweite Weihnachtskollekte in allen katholischen Kirchen. Der kolumbianische Bischof Alberto Ossa dankte beim Eröffnungsgottesdienst den deutschen Katholiken für ihre Solidarität. Neben dem Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff zelebrierten insgesamt sechs kolumbianische Bischöfe den Festgottesdienst.

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