Trippelschritte
Mobilcom darf doch weiter bieten

Reuters MAINZ. Bei der Auktion der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen hat die angebliche Kooperationsbereitschaft der Telefongesellschaft Mobilcom mit der ebenfalls mitbietenden Debitel am Dienstag für Unruhe gesorgt.

Mobilcom-Chef Gerhard Schmid sagte der französischen Zeitung "La Tribune", er würde sich freuen, wenn Debitel mit Mobilcom nach der Auktion kooperieren würde, falls Debitel keine Lizenz erhalte. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post entschied am Nachmittag, Mobilcom habe damit nicht gegen die Regularien verstoßen und bleibe zugelassener Bieter für die UMTS-Lizenzen. Zuvor hatten andere Bieter wegen der Aussagen Schmids die Behörde um eine Stellungnahme gebeten. Derweil kam die Auktion weiter nur in Trippelschritten voran.

Schmid sagte der französischen Zeitung, "wir würden uns freuen, wenn nach der Auktion - unter der Voraussetzung, dass Debitel keine Lizenz erhält - Debitel aktiv für uns wird". Auf Nachfrage dazu sagte Schmid, ein UMTS-Netz "braucht Kunden, und wir würden gern Debitels Kunden mit unseren UMTS-Diensten bedienen". Im Moment gebe es keine Gespräche mit Debitel, da man im Bieterwettbewerb stehe. Mobilcom teilte anschließend mit, es gebe kein Kooperationsangebot an die Stuttgarter Debitel. Die zur schweizerischen Swisscom gehörende Debitel gab bekannt, keine Gespräche mit Mobilcom über eine Kooperation beim UMTS-Mobilfunk zu führen.

Absprachen verboten

Die Regeln für die UMTS-Auktion untersagen Absprachen, die das Auktionsergebnis beeinflussen oder die wettbewerbliche Unabhängigkeit der Bieter beeinträchtigen können. Der Chef der Regulierungsbehörde, Klaus-Dieter Scheurle, sagte am Nachmittag in Mainz, Mobilcom habe nach Einschätzung seiner Behörde nicht gegen die Regularien der Auktion verstoßen. Die wettbewerbliche Unabhängigkeit der beiden Firmen sei nicht beeinträchtigt.

Gleichwohl sei er "nicht sehr erbaut" über Äußerungen von Bietern, die zu einer Prüfung auf mögliche Regelverstöße führten, sagte Scheurle. Er forderte alle Teilnehmer der Auktion auf, künftig mehr Zurückhaltung zu üben. Bereits zuvor hatte Scheurle gesagt, Schmid bewege sich mit seinem Verhalten "auf einer Grenze". Schmid habe ihm aber versichert, dass die Aussagen im Hinblick auf einen möglichen Regelverstoß "überinterpretiert" worden seien. Die Regulierungsbehörde ist als Auktionator ermächtigt, Bieter bei Verstößen von dem weiteren Verfahren auszuschließen. Unter den Bietern, die in einer ehemaligen Kaserne in Mainz an der UMTS-Auktion teilnahmen, sorgte die angebliche Offerte Schmids für Aufsehen. Scheurle sagte, ein Bieter habe sich mit der Bitte um eine Stellungnahme an die Behörde gewandt.

Sowohl Mobilcom mit seinem Partner France Telecom als auch Debitel mit seiner Muttergesellschaft Swisscom bieten für eine deutsche UMTS-Lizenz. Bieter, die bei der UMTS-Auktion leer ausgehen, können anschließend theoretisch Netzkapazitäten bei erfolgreichen Bietern mieten und als so genannte virtuelle Netzbetreiber eigene Leistungen anbieten.

Trippelschritte

Derweil bewegten sich die Gebote der sieben Interessenten für die UMTS-Lizenzen am Dienstag nur in Trippelschritten nach oben. Zum Schluß lag die Summe der Höchstgebote bei 3,311 Mrd. DM. Bis Montagabend hatten die Bieter in sieben Auktionsrunden 2,35 Mrd. DM für die zwölf Frequenzblöcke geboten, die vier bis sechs neuen Lizenzen entsprechen. Beobachter gehen angesichts des vorsichtigen Bieterverhaltens mittlerweile von einem mehrwöchigen Verfahren aus. In den Auktionsrunden erhöhten die Bieter ihre Gebot meist nur um die vorgesehenen Mindestbeträge oder bestätigten ihre Gebote, sofern sie Höchstbieter bei einem Frequenzblock waren.

Das mit Abstand höchste Gebot stammte weiterhin von dem Konsortium Mobilcom/France Das Konsortium bot für zwei der zwölf zur Versteigerung stehenden Frequenzblöcke je 501 Mill. DM. Das zweithöchste Gebot entfiel auf Viag Interkom, die für drei Blöcke je 250 Mill. DM boten. Alle sieben Bieter waren noch in der Auktion vertreten.

Um eine Lizenz im neuen Mobilfunkstandard UMTS zu erhalten, muss ein Unternehmen mindestens zwei der zwölf Frequenzblöcke ersteigern. Maximal dürfen drei Blöcke ersteigert werden. Die Auktion endet, wenn kein neues Höchstgebot für einen der zwölf Blöcke mehr vorliegt. Weitere Bieter sind D-1 Telekom, D2-Mannesmann, E-Plus.

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