Trittin: Deutschland wird Vorreiter sein
Bundesregierung will Klimawandel bremsen

ap BERLIN. Die Bundesregierung will alles in ihrer Kraft stehende tun, den drohenden Klimawandel in der Welt durch Treibhausgase zu bremsen. Mit einer Regierungserklärung zur bevorstehenden sechsten Weltklimakonferenz appellierte Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Donnerstag im Bundestag an die Industrieländer, den Klimaschutz zu verstärken und sich streng an Zusagen zur Reduktion der Emissionen zu halten. Die Bundesrepublik werde dabei eine Vorreiterrolle einnehmen, betonte der Grünen-Minister.

In den meisten Industriestaaten sei eine weit reichende Kehrtwende erforderlich, betonte der Minister. Treibhausgase dürften nicht nur im Ausland reduziert werden, wo es billig ist, forderte Trittin. Er appellierte gleichzeitig an die Entwicklungsländer, in ihrer Energiepolitik nicht die Fehler der Industriestaaten zu wiederholen. Atom- und Kohlekraftwerken sei generell eine Absage zu erteilen.

"Der Treibhauseffekt ist ein globales Problem", sagte Trittin. Aber 80 % aller Treibhausgase stammten aus den Industrieländer. Diese müssten bei der Reduzierung vorangehen. Bei der Ausbreitung von Erwärmung seien die Entwicklungsländer besonders verwundbar. Deshalb müssten die reichen Staaten die Entwicklungsländer auch finanziell unterstützen, um dort ebenfalls dem Klimawechsel wirkungsvoll zu begegnen.

Die Bundesregierung wolle bei UN-Konferenz vom 13. bis 24. November in Den Haag unbedingt Ergebnisse erreichen, betonte Trittin. Sie werde bei dem bevorstehenden Treffen der Vertreter von 180 Ländern auch gegenüber der EU sowie den nordischen Staaten weiterhin ihr Ziel der Klimaverbesserung verfolgen.

Bei der UN-Konferenz in den Niederlanden geht es um das Protokoll von Kyoto. In der japanischen Stadt war für den Klimaschutz erstmals eine rechtsverbindliche Verpflichtung ausgehandelt worden: Die Industrieländer werden ihre gemeinsamen Treibhausgasemissionen - allen voran das klimaschädliche Kohlendioxid - innerhalb des Zeitraums 2008 bis 2012 um mindestens fünf Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 vermindern. Die konkrete Ausgestaltung der Vereinbarung war verschoben worden und steht jetzt in Den Haag an.



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