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Trittin: Geplante EU-Klimaziele reichen nicht

Das EU-Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau wäre nach Worten von Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) schon „eine begrenzte Katastrophe“. Zum Beispiel gäbe es dann kaum noch Dauerfrostböden in den Alpen und keine Gletscher mehr.

dpa BUENOS AIRES. Das EU-Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau wäre nach Worten von Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) schon "eine begrenzte Katastrophe". Zum Beispiel gäbe es dann kaum noch Dauerfrostböden in den Alpen und keine Gletscher mehr.

Das sagte Trittin am Dienstag bei der UN-Klimaschutzkonferenz in Buenos Aires. Experten gehen davon aus, dass zur Begrenzung der bereits begonnen Erwärmung auf zwei Grad eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen weltweit bis 2050 um die Hälfte nötig ist. Deutschland will sich zunächst zu einer Reduzierung um 40 Prozent bis 2020 verpflichten, wenn sich die Europäische Union insgesamt zu 30 Prozent Einsparungen bereit erklärt.

Unter dem Kyoto-Protokoll haben sich bisher rund 30 Industriestaaten zu festgelegten Emissionszielen bis 2012 verpflichtet, die allerdings eine Treibhausgasreduktion von nur wenigen Prozent ergeben. Die USA, die allein 25 Prozent aller Treibhausgase verursachen, akzeptieren keine Begrenzung ihrer Emissionen.

In einem Papier des deutschen Umweltministeriums ist sogar die Rede von theoretisch notwendigen Reduzierungen von bis zu 90 Prozent in den traditionellen Industrieländern bis 2050, wenn die zunächst noch steigenden Emissionen sich entwickelnder Länder wie China, Indien und Brasilien im Interesse der Einhaltung der Zwei-Grad-Marke kompensiert werden sollen.

Eine am Dienstag in Buenos Aires vorgestellte Studie des Europäischen Klimaforums und des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung bestätigte die Warnungen Trittins. Schon bei einer Erwärmung der Atmosphäre von durchschnittlich zwei bis 2,5 Grad gebe es ein erhebliches Risko für "katastrophale" Folgen. So könnten die Reisernten in Südostasien um bis zu 25 Prozent zurückgehen, dicht bevölkerte Küstenstreifen vor allem in Südostasien überflutet werden und Perus Hauptstadt Lima vertrocknen. Unruhen und Flüchtlingsströme seien zu befürchten. Bestimmte Ökosysteme wie in der Arktis und Kulturen wie die der Inuits könnten ganz verloren gehen.

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