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Trittin will Verbraucher über Gen-Nahrung entscheiden lassen

Umweltminister kritisiert EU – Keine Erlaubnis ohne klare Kennzeichnungspflicht.

Angesichts der Verbreitung nicht gekennzeichneter Gen-Nahrungsmittel hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die Umweltkommissarin der Europäischen Union, Margot Wallström, aufgefordert, endlich die geplanten Vorschläge zur Kennzeichnungspflicht vorzulegen. Die Sorgen vieler Verbraucher, unbemerkt gentechnisch veränderte Lebensmittel zu kaufen, sei leider nur zu berechtigt, klagt Trittin in einem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt. Die eindeutige Kennzeichnung sei "dringend notwendig, damit Lebensmittelindustrie und Endverbraucher zurückverfolgen können, was sie kaufen", erklärt Trittin. Er werde jetzt mit der Industrie Gespräche über die Nutzung "grüner" Gentechnik aufnehmen. Ziel sei eine freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie, in deren Rahmen ein dreijähriges Forschungsprogramm über die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft durchgeführt werden soll. Der jetzige Zustand, wo "zwar viel erlaubt ist, aber zu wenig gekennzeichnet wird", sei nicht hinnehmbar, erklärt Trittin. Man wolle nichts verbieten, aber die Verbraucher aufklären und ihnen die Kaufentscheidung über Gen-Nahrung überlassen.

Daniel Goffart
Daniel Goffart
Handelsblatt / Ressortleiter
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