Triumphaler Empfang der Europameister in Athen
Rehhagel dementiert Vertrag bis 2008

Weiter keine Klarheit über die Zukunft von Otto Rehhagel: Der als deutscher Wunschtrainer gehandelte Europameister-Coach dementierte einen Vertrag mit dem griechischen Fußball-Verband bis zum Jahre 2008. Währenddessen feierten in der Nacht zum Dienstag in Athen rund 350 000 Menschen ihre Helden von Lissabon, ein Ende der Euphorie ist nicht in Sicht.

HB ATHEN. In Griechenland hat nach dem gigantischen Empfang für die hellenischen Fußball-Helden das große Rätselraten um die Zukunft von Trainer Otto Rehhagel eingesetzt. Der Europameister-Coach soll völlig irritiert gewesen sein über ein angebliches Vertrags- Angebot des griechischen Fußball-Verbandes (EPO). "Der Präsident der EPO sagt mir, ich hätte bis 2008 unterschrieben. Aber ich weiß davon gar nichts", sagte Rehhagel zum griechischen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis. Teile des Gesprächs während des Empfangs am Montag waren von Mikrofonen des staatlichen Fernsehens eingefangen worden.

Karamanlis riet Rehhagel davon ab, deutscher Bundestrainer zu werden. "Ein Ballack bringt nicht den Fußball-Frühling", sagte der Ministerpräsident. Und die stellvertretende Kulturministerin Fani Palli-Petralia meinte gar verschmitzt: "Notfalls werden wir Sie am Dach des Olympiastadions festbinden, damit Sie nicht weggehen." Rehhagels aktueller Vertrag mit dem Europameister läuft bis 2006.

Unterdessen ging die "Hellas-Party" munter weiter. Nach dem triumphalen Empfang durch 350 000 Menschen, die ihre Lieblinge am Montagabend im alten Olympiastadion von Athen begeistert feierten, ehrte der griechische Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos am Dienstag die stolzen Portugal-Rückkehrer. "Otto Rehhagel, Sie sind zwar kein Grieche gewesen, Sie sind aber etwas mehr als nur ein einfacher Grieche geworden", sagte Stefanopoulos zu dem 65 Jahre alten Fußball-Lehrer aus Deutschland.

Er wisse nicht, wie der als deutscher Wunschtrainer gehandelte Rehhagel seine Zukunft plane. "Ich will ihm aber sagen: Selbst wenn er weggeht, werden wir immer an ihn denken, ihn lieben und ihn respektieren", betonte das Staatsoberhaupt. Stefanopoulos schenkte Rehhagel eine Anstecknadel mit dem griechischen Staatswappen und erklärte: "Wir werden stolz sein, wenn Sie es manchmal tragen und sich daran erinnern, dass Sie auch Mitglied dieser Mannschaft gewesen sind." Sichtlich gerührt antwortete Rehhagel: "Ich danke Ihnen herzlich. Griechenland kann ganz stolz sein. Und das Motto muss sein: kontrollierte Offensive."

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