Triumphmärschen der Protestanten
Gespannte Lage in Nordirland

Wenige Stunden vor einer Reihe von Triumphmärschen der nordirischen Protestanten hat die Polizei am Freitag in Belfast eine Bombe entdeckt und entschärft. Der Sprengsatz war in einem Transporter im Zentrum der nordirischen Hauptstadt versteckt.

HB LONDON. Die ersten Paraden des protestantischen Oranier-Ordens verliefen am Freitagvormittag ohne größere Zwischenfälle. Im Belfaster Krisenviertel Ardoyne säumten mehrere Hundert Katholiken den Straßenrand, als der Oraniermarsch vorbeizog. Die Teilnehmer wurden von den Demonstranten bespuckt und beschimpft.

Über den Hintergrund des Bombenfundes gab es keine weiteren Angaben der Polizei. Der frühere protestantische Bürgermeister von Belfast, Jim Rodgers, machte allerdings die Irisch-Republikanische Armee (IRA) verantwortlich. Der Sprengsatz sei geeignet gewesen, bei den für diesen Freitag geplanten Traditionsmärschen protestantischer Organisationen "Menschen zu töten", sagte er.

Am Vorabend der Märsche zum 12. Juli, dem Höhepunkt der Paradesaison der pro-britischen Protestanten in Nordirland, hatte die Polizeiführung Nordirlands vor Zusammenstößen gewarnt. Der stellvertretende Polizeichef der Provinz, Alan McQuillan, sagte, "junge Republikaner" sollten mit Bussen zu den jeweiligen Brennpunkten gebracht werden, um Unruhen auszulösen. Die republikanische Partei Sinn Fein hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

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