Trojaner protokollieren jeden Tastaturanschlaf
FBI-Schnüffelprogramm ist offenbar ein "alter Hut"

Ein neues Computerprogramm, das das FBI bei der Strafverfolgung einsetzen will, scheint in Wirklichkeit bereits seit Jahren von Hackern verwendet zu werden.

ddp WASHINGTON. Wie der Informationsdienst CNet unter Berufung auf den Direktor des Antivirus Emergency Response Team von Network Associates , Vincent Guletto, berichtet, ist das Prinzip der FBI-Software "Magic Lantern" bereits seit mindestens drei Jahren unter anderem Namen im Einsatz.

Die bekanntesten Vorgänger von "Magic Lantern" sind demnach die Programme "Back Orifice" und "Sub Seven". Wenn einer der Trojaner unerkannt auf einem PC zum Einsatz kommt, protokolliert er jeden Tastaturanschlag. Experten können aus den so gewonnenen Daten sowohl Internet-Chats rekonstruieren als auch Zugangscodes und Passwörter herauslesen.

Nach den Angaben von Fred Cohen, Sicherheitsexperte an der University of New Haven, hat sogar das FBI selbst bereits Vorgänger von "Magic Lantern" eingesetzt, um gegen einen mutmaßlichen Schwerverbrecher vorzugehen. Für Politiker in den USA wäre "Magic Lantern" eine Kompromisslösung im Streit um das umstrittene Schnüffelprogramm DCS 1000, besser bekannt unter dem Namen Carnivore. Für den republikanischen Abgeordneten Richard Armey aus Texas besteht der Vorteil von "Magic Lantern" darin, dass das Programm nur auf Rechnern von Verdächtigen installiert würde. Bei "Carnivore" hingegen würde jeglicher E-Mail-Verkehr nach bestimmten Schlüsselwörtern durchsucht. Unbescholtene Bürger kämen so ins Visier der Fahnder.

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