Trotz Ausfuhrstopps des Irak
Opec will offenbar Fördermenge noch nicht steigern

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) will offenbar bei ihrem Ministertreffen am Dienstag in Wien ungeachtet des irakischen Öl-Lieferstopps ihre Fördermenge nicht umgehend erhöhen. Opec-Präsident Chakib Khelil sagte am Montag in Wien: "Es besteht keine Notwendigkeit, die Förderung jetzt zu erhöhen, da die Preise stabil bei 25 Dollar sind."

Reuters WIEN. Opec-Generalsekretär Ali Rodriguez sagte, es gebe derzeit genug Öl am Markt. Der Irak hatte seine Ölexporte am Montag aus Protest gegen die Sanktionspolitik der UNO ausgesetzt.

Die Ölminister der Opec wollen am Dienstag und Mittwoch in Wien über ihre Ölförder- und Exportpolitik für das dritte Quartal 2001 beraten. Im Vorfeld der Konferenz hatten sich die Mitglieder des Kartells wiederholt dafür ausgesprochen, die gegenwärtigen Fördermengen beizubehalten. Die Organisation hatte im laufenden Jahr die Produktion bereits um 2,5 Millionen Barrel täglich (bpd) reduziert, um den Barrel-Preis nahe 25 Dollar zu stabilisieren.



Analysten gehen davon aus, dass die Opec ihre Fördermenge nicht steigern wird, um den Ölpreis in einer Preisspanne von 22 bis 28 Dollar zu halten. Noch am Samstag hatte der saudiarabische Ölminister Ali el Naimi zwar erneut zugesichert, das Königreich werde gemeinsam mit anderen Opec-Mitgliedern mögliche Versorgungsengpässe wegen des irakischen Exportstopps ausgleichen. In Kreisen der Londoner Ölbranche hieß es am Montag jedoch, die Äußerungen Naimis seien als Bemühung um eine Stabilisierung des Marktes zu werten. Daraus lasse sich nicht ableiten, dass Saudi-Arabien und andere Opec-Mitlgieder unverzüglich mehr Öl exportieren wollten.



Der Irak protestiert mit dem Ausfuhrstopp dagegen, dass der UNO-Sicherheitsrat das Programm "Öl für Lebensmittel" am Freitag nur um 30 Tage statt der sonst üblichen sechs Monate verlängert hatte. In Reaktion auf den Lieferstopp zog der Preis für die führende Nordsee-Sorte Brent bis Montagnachmittag am Londoner Warenterminmarkt International Petroleum Exchange (IPE) um 41 Cents auf 29,48 US-Dollar je Barrel (159 Liter an).



Öl-Experten sagten, die Opec könne sich mit ihrer Reaktion auf den Lieferstopp Zeit lassen: Die Opec werde nicht sofort reagieren, weil die Öllager voll seien und außerdem nicht klar sei, wie lange der Irak seine Exporte aussetze, sagte Gary Ross von PIRA Energy in New York. "Sie (die Opec) ist mit ihrer Reaktion auf den Irak immer sehr vorsichtig", sagte er.



Bislang hat der Irak im Rahmen des UNO-Programms "Öl für Lebensmittel" 2,1 Millionen Barrel am Tag exportiert. Das entspricht knapp fünf Prozent der weltweiten Ölexporte. Die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates hatten sich auf eine nur einmonatige Verlängerung verständigt, um Zeit für Beratungen über eine mögliche Änderung der Sanktionspolitik zu gewinnen. Die Sanktionen gegen den Irak waren nach dem irakischen Einmarsch in Kuwait 1990 verhängt worden.

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