Trotz Börsenfieber und Aktienboom
1999 kein Spitzenjahr für Banken

Trotz Börsenfieber, Aktienboom und steigender Zinsen war 1999 für die deutschen Banken kein Spitzenjahr.

dpa FRANKFURT/MAIN. Hohe Investitionen in Internet-Technologien und zur Bewältigung des Jahr-2000-Problems sowie ausbleibende außerordentliche Erträge sorgten dafür, dass die Gewinne der Kreditwirtschaft unter dem Strich nicht an das Rekordniveau von 1998 anschließen konnten. Dies geht aus einer Analyse der Bundesbank über die "Ertragslage der deutschen Kreditinstitute im Jahr 1999" hervor.

Danach kamen alle 2 897 (1998: 3 167) Geldhäuser auf einen Jahresüberschuss von 23,9 Mrd. DM (12,2 Mrd. Euro), nach 34,7 Mrd. DM im Vorjahr. "Das Geschäftsjahr 1999 war geprägt durch eine günstige Kursentwicklung am Aktienmarkt und im Jahresverlauf spürbar steigende Zinsen", schreiben die Experten der Zentralbank in ihrem Monatsbericht September. Dennoch sei die Ertragsentwicklung im operativen Geschäft "nicht ganz zufriedenstellend" verlaufen.

Große Zuwächse erzielten die Institute - wegen des sprunghaft gestiegenen Interesses der Kundschaft an Aktien - allein im Wertpapiergeschäft für Dritte: Der Provisionsüberschuss aller Banken erhöhte sich um gut 17 % auf 22,2 Mrd. Euro. Die Geldhäuser verwalteten 1999 bundesweit 24,1 Mill. Wertpapierdepots, 4,7 Mill. mehr als ein Jahr zuvor. "Die Depotbestände stiegen - zum Kurswert gerechnet - von Ende 1998 bis Jahresende 1999 um knapp 30 % auf 4,2 Billionen Euro."

Allerdings stagnierten die Überschüsse im klassischen zinsabhängigen Bankgeschäft mit Einlagen und Krediten sowie im Eigenhandel mit Wertpapieren. Der Zinsüberschuss stieg nur um 2,5 % auf 77,4 Mrd. Euro. Das Ergebnis aus Finanzgeschäften stagnierte bei 3,6 Mrd. Euro, von denen allein 2,2 Mrd. Euro auf die vier Großbanken in Frankfurt und München entfielen.

Stark belastet wurden die Ertragsrechnungen aller Häuser von den Verwaltungsaufwendungen, die um neun Prozent auf fast 70 Mrd. Euro sprangen. Dabei schlugen neben höheren Personalkosten "die unvermindert hohen Investitionsaufwendungen für die Informationstechnologie sowie die Umstellungskosten für den Wechsel in das Jahr 2000" zu Buche.

Entlastung brachte allerdings eine auch konjunkturell bedingte "geringere Risikovorsorge für Inlandskredite". Auf Grund des damit geschrumpften Vorsorgebedarfs "konnten die Banken ein um acht Prozent verbessertes Betriebsergebnis (von insgesamt 24,5 Mrd. Euro) ausweisen". Dennoch konnten die Jahresüberschüsse nicht das 98er-Spitzenniveau erreichen, als sehr hohe außerordentliche Erträge den Instituten erhebliche Extra-Gewinne beschert hatten.

Vorsteuergewinn auf Niveau von 1997

Der Vorsteuergewinn, der 1998 stark gestiegen war, ging 1999 "kräftig zurück und bewegte sich mit 21,3 Mrd. Euro wieder etwa auf dem Niveau des Jahres 1997", berichtet die Bundesbank. Wesentliche Ursache sei das Auslaufen 1998 angefallener "außerordentlicher Erträge in den Einzelabschlüssen der Institute auf Grund von Sonderausschüttungen, konzerninternen Übertragungen von Beteiligungen sowie der Auflösung stiller Reserven".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%