Trotz Börsenflaute hohe Zuwächse beim Neugeschäft
UBS will in Deutschland stark expandieren

In den nächsten zwei bis drei Jahren solle die Zahl der Niederlassungen von acht auf zwölf bis dreizehn wachsen, sagte Jürg Zeltner, neuer Chef des UBS-Privat-Banking in Deutschland dem Handelsblatt.

pot HB FRANKFURT/M. Zeltners Vorgänger Andreas Muth hatte maximal zehn Niederlassungen anvisiert. Die Zahl der Kundenberater soll sich im gleichen Zeitraum von knapp 200 auf 400 verdoppeln.

Zeltner strebt in Deutschland einen Marktanteil von 5 % im Private Banking an. Derzeit kommen die Schweizer im Geschäft mit wohlhabenden Kunden auf eine Quote von gut 2 %. Deutschland ist neben Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien einer der fünf europäischen Kernmärkte des Schweizer Geldhauses. UBS konzentriert sich dabei auf Kunden einem Vermögen ab 500 000 Euro. Der große Rivale Credit Suisse, der hier zu Lande ebenfalls massiv expandiert und im Gegensatz zu UBS explizit an der Übernahme eines deutschen Vermögensverwalters interessiert ist, setzt eine ähnliche Schwelle an. Manche US-Adressen verlangen dagegen sogar ein Millionenvermögen.

Mit dem Neugeschäft ist Zeltner derzeit trotz der Börsenturbulenzen zufrieden. Das Wachstum sowohl bei der Zahl der Kunden als auch bei Neumittelzufluss liege in diesem Jahr bei 20 %. Gegenüber dem Vorjahr habe sich das Wachstumstempo damit verdreifacht. Laut früheren Angaben hatte UBS Ende 2001 rund 4 000 Kunden in Deutschland. Nach Zeltners Einschätzung profitiert UBS derzeit davon, dass die Bank in dem Ruf stehe, bei der Geldanlage eher "konservativ als innovativ" zu sein. Allerdings habe die Bank im Segment der Superreichen "noch etwas Mühe, Fuß zu fassen", räumt Zeltner unumwunden ein.

Nicht ganz einfach gestaltet sich derzeit auch die Suche nach geeignetem Personal. Zwar bauen die deutschen Großbanken insgesamt massiv Stellen ab. Das Private Banking sei davon aber nicht betroffen, beobachtet Zeltner. Gerade gute Mitarbeiter mit langjähriger Bindung an eine Bank scheuten zudem den Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber, weil sie befürchten, von eventuellen Stellenstreichungen dann als erste betroffen zu sein.

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