Trotz der Fahndungserfolge
Schily: Terrornetz ist intakt

Die Bedrohung der westlichen Staaten durch den islamistischen Terror hat nach Einschätzung von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) in den vergangenen Monaten zugenommen.

HB/dpa WIESBADEN. Daran hätten auch Fahndungserfolge in Deutschland und anderen Ländern nichts geändert. "Das Netz des fundamentalistischen Terrors ist intakt und funktionsfähig", sagte Schily am Dienstag zur Eröffnung der Herbsttagung des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden. Der Minister berief sich dabei auf Einschätzungen befreundeter Staaten.

Beim Kampf gegen den Terrorismus dürften andere Kriminalitätsfelder aber nicht vernachlässigt werden, sagte Schily. Dies gelte insbesondere für die zunehmende Wirtschaftskriminalität. Die in diesem Bereich verursachte und registrierte Schadenssumme sei 2001 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel (27 Prozent) auf 6,7 Milliarden Euro gewachsen, sagte Schily. Dem am Dienstag vorgestellten "Jahresbericht Wirtschaftskriminalität 2001" zufolge gab es 110 018 Wirtschaftsdelikte, rund zwei Drittel davon waren Betrugsfälle. Insgesamt seien rund 1,7 Prozent aller Kriminalfälle Wirtschaftsdelikte.

Die Arbeit der Ermittler bewertete der Minister positiv. Knapp 97 Prozent aller bekannten Wirtschaftsdelikte wurden demnach im vergangenen Jahr aufgeklärt. Zudem seien rund eine Milliarde Euro illegaler Gewinne abgeschöpft worden. Die Bundesregierung strebe hier aber eine noch engere Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden an - sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Auch der der Kampf gegen Korruption und illegale Beschäftigung müsse verstärkt werden. Nach einer aktuellen Schätzung des Bundesfinanzministeriums entgehen dem Fiskus durch Schwarzarbeit jährlich 65 Milliarden Euro Steuern und den Sozialkassen 60 Milliarden Euro Beiträge.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) kritisierte dagegen die unzureichende Ausstattung die Wirtschafts-Ermittler. Fachleute fehlten an allen Ecken und Enden, erklärte BDK-Sprecher Holger Bernsee in Berlin. Polizisten und Staatsanwälte müssten daher zunehmend spezialisiert werden.

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