Trotz eines miserablen Verlaufs im März
Marktexperten optimistisch bei US-Biotech-Werten

Der März setzte neue Tiefstmarken für amerikanische Biotechnologie-Werte. Optimisten sehen dennoch erste Signale einer Bodenbildung.

Bloomberg/HB BOSTON. Die niedrigen Kurse werden von Investoren immer stärker genutzt, um günstig einzusteigen. Die Biotech-Industrie hat noch immer eine ausgesprochen starke Innovationskraft. Eine Reihe von neuen Produkten steht kurz vor der Marktreife. Am Freitag kletterten Genentech Inc. um 8,5 Prozent. Cephalon Inc., Hersteller neurologischer Medikamente, stiegen um 10 Prozent. Ebenso starke Zugewinne verzeichnete Millenium Pharmaceuticals Inc.

Marktexperten sehen Licht am Ende des Tunnels

Obwohl sich der März im Bewusstsein der US-Anleger als Katastrophenmonat für Biotechnologie-Werte eingraben könnte, sehen einige Marktexperten inzwischen Licht am Ende des Tunnels. So ging beispielsweise Stephen Flaks, Fondsmanager bei Flaks von einem weiteren verlustreichen Tag bei Biotech-Aktien aus, als er von Rückschlägen bei Arzneimitteltests der Immunex Corp. erfuhr, woraufhin der Aktienkurs des Unternehmens am Freitag um 39 Prozent einbrach.

Zu seiner Überraschung stiegen aber am gleichen Tag die meisten Biotech-Werte an den amerikanischen Börsen. Unbeeindruckt von Immunex verbesserte sich der Nasdaq Biotechnik-Index um vier Prozent. Für Flaks liegen noch weitere Kursgewinne in der Luft, denn der Index ist in diesem Jahr um 34 Prozent gefallen.

Biotech-Werte weisen an der Nasdaq die schlechteste Wertentwicklung auf. "Am Donnerstag habe ich den Zuwachs des letzten Jahres verloren. Das war deprimierend", sagte Flaks. "Nun sieht es aber so aus, als hätten wir die Talsohle erreicht. Ich habe das Gefühl, das Schlimmste liegt hinter uns." Flaks investiert in Aktien der Antigenics Inc., in deren Labors Mittel zur Krebsbehandlung entwickelt werden, Neose Technologies Inc., die Techniken zur Herstellung künstlicher Enzyme marktreif macht und Pharmacopeia Inc., einen Software-Entwickler für Arzneimittelhersteller.

Seit Jahresbeginn schickten Umsatzwarnungen und verzögerte Arzneimittelzulassungen eine Reihe von Biotech-Aktien auf Talfahrt. Immunex-Aktien stürzten ab, nachdem eine Studie zur Anwendung des Rheumamittels Enbrel bei Patienten mit Herzfehlern zurückgezogen wurde. Ferner musste das Unternehmen bestätigen, dass das Asthma-Mittel Nuvance in den Testreihen nicht bestanden hat. Der Aktienkurs des Unternehmens sank in den vergangenen vier Monaten um etwa 70 Prozent.

Die Kursverluste bei Immunex kamen einen Tag nachdem Applied Biosystems, ein Hersteller gentechnischer Analyseauausstattungen, meldete, die Umsätze würden wegen der schwachen Investitionsneigung biotechnischer Unternehmen zurückgehen. Die Aktien von Applied Biosystems fielen im noch kurzen Jahresverlauf um 75 Prozent.

Der Nasdaq Biotechnik-Index ist im März insgesamt um mehr als 25 Prozent gefallen. Einige Anleger steigen jetzt wieder ein, da sie die Kurse als günstig einschätzen. "Die Aktien sind extrem billig. Das wissen auch Investoren und kaufen jene Papiere, deren Kurse am Boden liegen", sagt Kurt von Emster, von MPM Capital und Manager eines Biotech-Fonds. "Wir haben die Talsohle erreicht, jetzt folgt die Erholung, und dann müssen wir warten und die Gewinnentwicklung beobachten."

Noch vielversprechende Produkte in der Pipeline

Für die Käufer am Markt hat die Biotech-Industrie immer noch eine ausgesprochene Innovationskraft. Eine Reihe von vielversprechenden neuen Produkten befindet sich in der Pipeline. "Wenn trotz katastrophaler Meldungen von Immunex die Kurse der anderen steigen, ist dies ein gutes Zeichen," sagt Laurence Blumberg, Präsident von Blumberg Capital Management.

"In der Geschichte der Biotech-Branche gab es mehrere Gelegenheiten, günstig an hervorragende Unternehmen heranzukommen", sagt Blumberg. "Noch ist aber nichts verloren. Diese Aktien kommen offenbar öfter ins Sonderangebot. Ich glaube aber nicht, dass wir noch mal Tage erleben, bei denen allein die Ankündigung einer Mäusestudie ausreichte, jeden verrückt werden zu lassen."

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