Trotz Einnahmeverlusten
Analysten sehen Margen-Verbesserung bei CE Consumer

Der Münchener Chiphändler CE Consumer Electronic AG hat nach Ansicht von Analysten im zweiten Quartal 2001 weiter unter der Schwäche der Halbleitermärkte gelitten, seine operativen Margen aber etwas verbessert. Die Preise für Speicherchips seien weiter auf Tiefstständen und würden auch die Einnahmen der Chipbroker schmälern, hieß es bei den Experten. Beim Umsatz gehen sie daher von einem Rückgang gegenüber dem ersten Quartal 2001 aus. Die Analysten-Schätzungen für das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) im zweiten Quartal liegen zwischen 3,5 und 5,5 Mill. DM, gegenüber 4,1 Mill. DM im Vorquartal.

rtr MüNCHEN. Im Durchschnitt gehen die Experten von einer Ebit-Marge von 2,25 % aus, die im ersten Quartal noch bei 1,8 % gelegen hatte. CE Consumer will ihren Quartalsbericht am Montag vor Börseneröffnung vorlegen. Beim Umsatz erwarten die Analysten im zweiten Quartal im Durchschnitt knapp 200 Mill. DM nach 245 Mill. DM in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres. Im zweiten Quartal 2000 hatte CE bei einem Umsatz von rund 90 Mill. DM ein Ebit von 4,6 Mill. DM und damit eine Umsatzmarge von gut fünf Prozent erzielt.

"CE steht und fällt mit dem Halbleitermarkt", sagte Matthias Schneck, Analyst bei der HypoVereinsbank. Eine Erholung der Nachfrage nach Chips und der Preise sehen die Analysten aber nicht vor Sommer 2002. "Das wird wieder ein sehr schwaches Quartal für CE", sagte Ulrich Scholz von der DG Bank. Chiphändler profitierten vor allem in Märkten, die von Knappheit geprägt seien. Im Moment gebe es aber Überkapazitäten bei den Chip-Produzenten. Er stuft die CE-Aktien, die in den vergangenen zwölf Monaten rund 86 % ihres Wertes verloren haben, auf "Reduzieren".

SND-Übernahme "strategisch guter Schritt"

Auch die Übernahme des US-Brokers und Distributors SND, der derzeit unter der schwachen Konjunktur in Amerika leide, werde die Margen des im Auswahlindex Nemax 50 des Neuen Marktes notierten Unternehmens kurzfristig belasten, sagte Schneck. "Strategisch war das aber ein guter Schritt", fügte er hinzu. CE hatte SND Ende Juli vollständig übernommen und sieht sich nun als zweitgrößter Chipbroker der Welt hinter dem US-Broker NECX. CE sei im Markt sicher gut positioniert, sagte Schneck. "Ich bin überzeugt, dass, wenn sich die Märkte erholen werden, auch CE Consumer wieder glänzen wird", fügte er hinzu.

Wegen der anhaltenden Schwäche des Halbleitermarktes, unter der auch Chipproduzenten wie Infineon zu leiden haben, hatte CE-Vorstandschef Erich Lejeune die Umsatzprognose für das laufende Jahr auf 700 Mill. DM von zuvor einer Milliarde DM gesenkt. Beim Ebit sieht CE im schlimmsten Fall einen Wert von 12,6 Mill. DM, was einer Ebit-Marge von 1,8 % entspricht.

Auch der Konkurrent am Neuen Markt, die Wiesbadener ACG AG , hatte im Juli seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2001 gesenkt und erklärt, im zweiten Quartal seien die Ziele für diese Kennzahlen nicht erreicht worden.

Am Donnerstagnachmittag notierten die CE-Consumer-Aktien in einem schwachen Gesamtmarkt mit 3,9 % im Minus bei 5,73 ?.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%