Trotz Fußverletzung
Dogonadzes Gold-Traum wird wahr

Eigentlich hatte Anna Dogonadze das niemand mehr zugetraut. Doch in Athen hat sie es am Freitag noch einmal allen gezeigt: Die 31-jährige Trampolin-Turnerin aus Bad Kreuznach katapultierte sich nervenstark und hunderprozentig konzentriert zum Olympiasieg.

HB ATHEN. Erst riss sie ungläubig die Arme in die Luft, dann fiel sie ihrem Trainer jubelnd um den Hals: Für die Ex-Weltmeisterin ging ein lang gehegter Olympia-Traum in Erfüllung. Trotz einer Fußverletzung, die sie sich beim Training am vergangenen Dienstag in der Heimat zugezogen hatte, erkämpfte sie im Finale mit 39,60 Punkten die wohl von keinem für möglich gehaltene Goldmedaille.

Als die Russin Natalja Tschernowa als letzte Starterin des Finals ihre Übung nicht sauber durchturnte, gab es für Anna Dogonadze kein Halten mehr: Immer wieder schlug sie sich an den Kopf, als könne sie es einfach nicht glauben. Silber erkämpfte die Kanadierin Karen Cockburn, Bronze ging durch Shanshan Huang nach China.

"Ich kann es noch nicht glauben, ich denke immer noch ich träume", sagte die Siegerin noch eine Stunde nach dem Wettkampf und rieb sich ungläubig die Augen. "Es war ein unglaubliches Gefühl, die deutsche Hymne zu hören", fügte die nur 1,58 m große Athletin hinzu, die in ihrer Karriere schon für die UdSSR und für Georgien startete. "Natürlich ist das meine Hymne, aber auch Russland und Georgien haben ein wenig Anteil, dass ich jetzt hier oben stehe", meinte sie. "

"Unglaubliche Nervenstärke und Souveränität", attestierte DTB- Präsident Rainer Brechtken der Turnerin, Bundestrainer Michael Kuhn hatte den Erfolg schon nach dem ersten Finalsprung kommen sehen: "Ich wusste, dass sie es heute packt. Ihre Übung ist so gut, dass es reichen musste." Daher verzichtete der Coach darauf, den Schwierigkeitsgrad der Übung wie geplant noch von 14,2 auf 14,6 im Finale zu erhöhen. "Dieses Risiko war heute nicht nötig", sagte er.

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