Trotz Gewinnmitnahmen
Euro stabilisiert sich über 0,90 Dollar

Der Euro hat sich am Donnerstag trotz Gewinnmitnahmen über der psychologisch wichtigen Marke von 0,90 $ stabilisiert. Nach dem reibungslosen Verlauf der Bargeldeinführung in den zwölf Ländern der Euro-Zone zeigten sich Händler davon überzeugt, dass der Euro weiteres Aufwärtspotenzial habe.

Reuters FRANKFURT. "Die Einführung des Euro-Bargelds war äußerst erfolgreich", sagte Stacey Seltzer, Devisenstratege bei Brown Brothers Harriman. Mögliche Risiken einer problematischeren Bargeldeinführung seien im Dezember eingepreist gewesen. Der Kursanstieg seit Mittwoch zeige, dass die Gemeinschaftswährung ihren tatsächlichen Marktwert erreicht habe. Von der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden am Donnerstag mehrheitlich keine Zinsveränderungen erwartet.

Der Euro, der am Vortag mehr als 1,5 % zum $ zugelegt hatte, stieg im Referenzkursverfahren EuroFX auf 0,9038 (Vortag 0,9010) $. Im Handel war er vormittags zeitweise auf 0,90 $ abgerutscht.

Händler und Analysten erwarteten, die EZB werde in der geldpolitischen Sitzung am Donnerstag den Schlüsselzins von 3,25 % beibehalten. Die Zentralbank wolle die Märkte nicht so kurz nach der Euro-Bargeldeinführung überraschen und werde deshalb den Leitzinssatz nicht verändern. "Die EZB wird sich nur darüber freuen, wie glatt alles gelaufen ist", sagte Sonja Hellemann von Dresdner Kleinwort Wasserstein in Frankfurt. Im Anschluss an die Sitzung findet eine Pressekonferenz mit EZB-Chef Wim Duisenberg statt.

Über die langfristige Entwicklung des Euro-Kurses waren die Erwartungen der Devisenmarktexperten gespalten. "Es ist schwer, sich zu sehr am Euro zu begeistern, da die Erholung der Wirtschaft in der Euro-Zone hinter der US-Wirtschaft hinterher hinkt", sagte Hellemann. Dagegen erwartete Paul Meggyesi, Devisenstratege bei der Deutschen Bank, langfristig eine positive Entwicklung des Euro-Kurses. "Wir sind relativ optimistisch über die weiteren Aussichten des Euro zum $", sagte er. Anders als Hellemann geht Meggyesi davon aus, dass die Wirtschaft der Euro-Zone sich stabiler gestalten wird als die US-Wirtschaft. Dies werde aber eher gering ausfallen und sich ebenso niedrig in dem Verhältnis zwischen $ und Euro widerspiegeln.

Andere Devisenexperten äußerten sich vorsichtiger. "Der Euro hat traditionell einen guten Start zum Jahresbeginn. Wir müssen schauen, ob der Trend weiter anhält. Erst nach etwa einer Woche können wir sagen, ob hier etwas anderes passiert", sagte James Malcolm, Währungsstratege bei JP Morgan Chase in Singapur.

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