Trotz Gewinnmitnahmen halten sich die Kursbarometer oberhalb der 1 000-Punkte-Marke
Wachstumswerte legen eine Verschnaufpause ein

Nach dem fulminanten Wochenstart ist der Neue Markt am Dienstag erst einmal etwas kürzer getreten. Dank einer Kehrtwende an der US-Technologiebörse Nasdaq grenzte der Nemax seine Verluste bis zum Abend auf 0,6 Prozent auf 1 027 Zähler ein, der Nemax 50 verlor 0,8 Prozent auf 1 034 Punkte.

FRANKFURT/M. Zu einem Trend reicht es noch nicht. Zwar war der Neue Markt zum Wochenauftakt mit Kurszuwächsen um die 3 % in die Fußstapfen der US-Technologiebörse Nasdaq getreten. Am Dienstag ging den Kursbarometern dann aber schon wieder die Puste aus. Anleger, denen der Schrecken des Kursdebakels noch tief in den Knochen steckt, neigen dazu, aufgebaute Kursgewinne so rasch wie möglich wieder mitzunehmen. Insbesondere dann, wenn das New Yorker Vorbild wie gestern im Minus eröffnet. Als die Kurse in den USA dann doch in positives Terrain drehten, begrenzte das auch die Verluste in Frankfurt. Am Abend notierten 158 Aktien im Minus und 120 Titel im Plus. Im Vergleich zum Vortag unverändert blieb der Preis von 41 Titeln.

Auf der Gewinnerseite sonnten sich zwei Unternehmen, die gestern eine Rückkehr in die Gewinnzone in Aussicht gestellt haben. Der Darmstädter Softwarefirma MIS AG haben im abgelaufenen Jahr Wertberichtigungen das Ergebnis verhagelt. Da die defizitäre koreanische Tochter nun nicht mehr konsolidiert werden muss und dank eines kräftigen Tritts auf die Kostenbremse will das Unternehmen im laufenden Jahr nun einen Gewinn einfahren, und zwar auch nach Abzug der Steuern. Die Anleger honorierten das und zahlten eine Aufschlag von 14 % pro MIS-Aktie, die somit zu 6,40 Euro den Besitzer wechselte.

Auch Intraware kam in den Genuss von Vorschusslorbeeren. Nachdem das Softwareunternehmen aus Petersberg im abgelaufenen Geschäftsjahr unter anderem durch den Verkauf von verlustbringenden Unternehmensteilen seinen Verlust um knapp ein Drittel auf knapp 9 Mill. Euro reduzieren konnte, strebt es nun in der zweiten Jahreshälfte in die Gewinnzone. Allerdings beschränkte das Unternehmen diese Ankündigung auf den - am Neuen Markt eigentlich nicht relevanten - Bilanzierungsstandard des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB). Wie die Zahlen nach internationalen Standards aussehen sollen, werden die Anleger hoffentlich Ende nächster Woche erfahren. Nichts desto weniger wurde zugegriffen: Die Aktie verteuerte sich um 10 % auf 0,83 Euro.

Kurioserweise verfahren Anleger mit bereits profitablen Unternehmen oftmals weit ungnädiger als mit den Kandidaten für den Turnaround. Zum Beispiel Teleplan: Der Reparaturdienstleister gewann mit seiner gestrigen Ankündigung deutlicher Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal keinen Blumentopf. Dabei fuhr das Unternehmen schon im abgelaufenen Geschäftsjahr beträchtliche Gewinne ein. Der Aktienkurs notierte am Abend um 2,6 % im Minus bei 16,65 Euro. Vor der Talfahrt der Börsen im vergangenen September hatte der Titel noch weit oberhalb der 20-Euro-Marke notiert.

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