Trotz guter Zahlen herrscht "starker Gegenwind"
British Airways übertrifft Erwartungen

Europas größte Fluggesellschaft British Airways hat für das abgelaufene Geschäftsjahr 2003/2003 (zum 31. März) einen Gewinn vor Steuern von 135 Millionen Pfund ausgewiesen, rund doppelt so viel wie von Analysten im Durchschnitt erwartet.

Reuters LONDON. Für das laufende erste Geschäftsquartal rechnete das Unternehmen aber angesichts des angespannten Flugmarktes mit geringeren Umsätzen. "Wir fliegen immer noch in einem starken Gegenwind", sagte BA-Chef Rod Eddington am Montag unter Hinweis auf die vor allem in Asien grassierende, gefährliche Lungenkrankheit SARS. BA-Aktien notierten am späten Vormittag in einem allgemein negativen Umfeld mehr als fünf Prozent tiefer bei noch gut 135 Pence.

Für das Geschäftsjahr zum 31. März erwirtschaftete die Fluglinie einen Gewinn vor Steuern von 135 Millionen Pfund nach einem Vorjahresverlust von 200 Millionen Pfund. Analysten hatten im Durchschnitt einen Gewinn vor Steuern von 66 Millionen Pfund prognostiziert. "Das Geschäftsumfeld wird 2003/04 weiterhin eine Herausforderung darstellen", sagte Chairman Lord Marshall in einer Mitteilung. In laufenden ersten Quartal des Geschäftsjahres werde der Umsatz geringer ausfallen als im Vorjahresquartal, teilte British Airways weiter mit. Für die Zeit darüber hinaus seien Prognosen schwierig.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging der Umsatz um 7,8 Prozent auf 7,688 Milliarden Pfund (rund 10,7 Milliarden Euro) zurück. Die Gesamtkosten fielen um 11,9 Prozent. Der Schuldenstand sei um 1,15 Milliarden Pfund auf 5,15 Milliarden Pfund reduziert worden, der niedrigste Stand seit September 1998, teilte BA mit. Das Kostensenkungsprogramm liege in allen Bereichen über den Vorgaben - Arbeitskosten, Vertrieb, Beschaffung und Informationstechnologie eingeschlossen.

Im Rahmen der Kostensenkungen waren über 10.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Firmenchef Eddigton sagte, er sei zuversichtlich, dass das Kosteneinsparziel von 650 Millionen Pfund im laufenden Geschäftsjahr 2003/2004 übertroffen werde. Der Analyst Martin Borghetto von Morgan Stanley sagte, British Airways habe trotz widriger äußerer Bedingungen seine Kostenbasis gut im Griff behalten.

Im letzten Quartal des Geschäftsjahres verbuchte die Fluggesellschaft einen Verlust vor Steuern von 200 Millionen Pfund. Analysten hatten hier einen Verlust von 227 bis 318 Millionen Pfund erwartet.

In jenem Vierteljahr hatte die gesamte Luftfahrtbranche mit erheblichen Problemen zu kämpfen: Zunächst waren im Vorfeld des Irak-Kriegs die Ölpreise stark angestiegen, dann sorgte der Irak-Krieg sowie die sich in Asien ausbreitende Lungenkrankheit SARS für rückläufige Passagierzahlen. Neue Belastungen ergeben sich aus den Anschlägen im Nahen Osten und Nordafrika sowie Reisewarnungen wegen möglicher terroristischer Anschläge.

So hatten auch andere Fluggesellschaften für das erste Kalender-Vierteljahr Verluste ausgewiesen. Bei der Lufthansa hatte sich der Quartalsverlust auf 356 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Die niederländische KLM hatte zuletzt allein die negativen Auswirkungen von SARS mit 60 Millionen Euro beziffert.

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