Trotz Ifo-Einbruch
Euro behauptet sich knapp

Die Gemeinschaftswährung fiel nur vorübergehend unter die Marke von 0,90 Dollar.

rtr FRANKFURT. Der Euro hat am Freitag trotz eines dramatischen Einbruchs beim Ifo-Index knapp behauptet notiert. Die Gemeinschaftswährung war nur vorübergehend unter die Marke von 0,90 Dollar gefallen, die Verluste hielten sich insgesamt in engen Grenzen. "Das war schon ein Schock. Die letzten Tage haben aber schon gezeigt, dass der Markt derzeit weder auf positive noch auf negative Nachrichten deutlich reagiert", sagte Devisenanalystin Dorothea Huttanus von der DZ-Bank. Die politische und konjunkturelle Unsicherheit halte die Marktteilnehmer immer noch von größeren Engagements am Markt ab. Auch für den weiteren Tagesverlauf erwarten die Experten keine Belebung am Devisenmarkt.

Der Euro kostete gegen Mittag 0,9004/06 Dollar nach rund 0,9015 Dollar vor der Ifo-Veröffentlichung und einem Vorabendschluss von 0,9045/50 Dollar. Ein Dollar kostete 1,6412/17 Schweizer Franken nach 1,6366/72 am Vorabend.

Der an den Finanzmärkten viel beachtete Ifo-Geschäftsklima-Index für Westdeutschland fiel im September mit 85,0 Punkten auf den tiefsten Stand seit knapp acht Jahren von 89,5 Punkten im August. Es ist der erste Geschäftsklima-Index, dessen Daten komplett nach den Anschlägen in den USA erhoben wurden. Von Reuters befragte Experten hatten einen Rückgang des Konjunkturbarometers auf 88,1 Punkte erwartet.

Index längerfristig ein Segen

Einige Analysten schlossen auch nicht aus, dass sich der schwache Index längerfristig als Segen für den Euro-Kurs erweisen könnte. "Längerfristig wird der schwache Ifo dem Euro helfen, weil er die Europäische Zentralbank (EZB) zu einer Zinssenkung bei ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag bringen sollte", sagte Lee Ferridge, Chefanalyst bei der Rabobank in London.

Auch für den weiteren Tagesverlauf erwarteten Händler keine Belebung des Handels. "Jetzt passiert gar nichts mehr. Auch die Zahlen am Nachmittag können den Markt nicht aus seiner Lethargie reißen", prognostizierte Michael Burkhart von der Helaba. "Einen neuen Trend gibt es vielleicht erst, wenn die EZB endlich mal was tut oder neue Daten endlich ein konsistente Aussagen über den Zustand der US-Wirtschaft nach den Anschlägen machen", sagte Huttanus.

Am Nachmittag werden aus den USA Daten zu Verbraucherpreisen, Außenhandel sowie Privateinkommen erwartet. Der Dollar hatte bereits am Donnerstag schwache US-Konjunkturdaten schnell weggesteckt. Das US-Arbeitsministerium hatte einen deutlichen Anstieg der wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe und einen Anstieg der fortgeführten Anträge auf ein 18-Jahreshoch von 3 649 000 gemeldet. Der Konjunkturindex der Fed von Philadelphia stürzte im Oktober auf minus 27,4 von minus 7,3 im September ab.

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